Anschläge

Auswärtiges Amt: Vier verletzte Deutsche in Thailand

Die Zahl der verletzten Deutschen in Thailand ist auf vier gestiegen. Die Opposition wies die Verantwortung für die Anschläge von sich.

Thailänder beten nach den Anschlägen in Bangkok.

Thailänder beten nach den Anschlägen in Bangkok.

Foto: JORGE SILVA / REUTERS

Bangkok.  Nach der Serie von Bombenanschlägen in Thailand ist die Zahl der verletzten Deutschen auf vier gestiegen. „Nach derzeitigen Erkenntnissen können wir bestätigen, dass sich ein vierter Deutscher unter den Verletzten befindet“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet, dass unter den Verletzten auch eine 17-Jährige aus Mannheim ist. Angaben zur Identität wollte das Auswärtige Amt jedoch nicht machen. Man gehe jedem Hinweis auf weitere Verletzte nach.

Thailand war am Donnerstagabend und am Freitag von einer Serie von Bombenanschlägen erschüttert worden. Insgesamt detonierten mindestens zehn Sprengsätze in fünf verschiedenen Städten, darunter im Badeort Hua Hin. Ziel der Attacken waren hauptsächlich Touristenziele im Süden des Landes. Mindestens vier Menschen wurden getötet. Bei den Toten handelt es sich nach Polizeiangaben um Thailänder.

Opposition weist Verantwortung von sich

Die gestürzte Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra hat jede Verantwortung von sich gewiesen. Entsprechende im Internet verbreitete Vorwürfe seien beleidigend und diffamierend, sagte der frühere Außenminister Noppadon Pattama am Samstag. „Jeder frühere Ministerpräsident sorgt sich um das Land und würde nicht so ein Unheil anrichten.“ Der Politiker saß sowohl im Kabinett von Yingluck Shinawatra, die 2014 von der Armee abgesetzt wurde, als auch in dem ihres Bruders Thaksin. Dieser war bei einem Militärputsch 2006 gestürzt worden.

Bislang hat sich niemand zu den Taten bekannt. Wenige Tage zuvor hatten die Thailänder eine neue Verfassung angenommen, die von den Militärmachthabern vorgelegt wurde. Sie sieht Wahlen für Ende des kommenden Jahres vor. Experten zufolge sind Gegner der Junta und Aufständische im überwiegend muslimischen Süden in den Verdacht geraten, für die Anschläge verantwortlich zu sein. Die Bevölkerungsmehrheit in Thailand ist buddhistisch.

Bisher gibt es nach Polizeiangaben keine Festnahmen im Zusammenhang mit den Attentaten. Allerdings seien an den Tatorten DNA-Proben genommen worden, die nun mit Datenbanken aus den drei Provinzen im Süden abgeglichen würden. In der Region kämpfen Separatisten seit mehr als einem Jahrzehnt gegen die Armee. In dem Konflikt sind 6500 Menschen getötet worden. Die Wähler in der Region hatten mehrheitlich gegen die neue Verfassung gestimmt. (dpa)