Krim-Konflikt

Ukraine und Russland fordern Deeskalation voneinander

Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig vor, eine neue Eskalation zu provozieren. Außenminister Steinmeier will vermitteln.

Die Ukraine befürchtet weitere militärische Übergriffe von Russland, hier ein Archivbild von ukrainischen Soldaten nahe der Grenze zur Halbinsel Krim.

Die Ukraine befürchtet weitere militärische Übergriffe von Russland, hier ein Archivbild von ukrainischen Soldaten nahe der Grenze zur Halbinsel Krim.

Foto: Anastasia Vlasova / dpa

New York.  Russland und die Ukraine haben angesichts der neuen Spannungen um die Schwarzmeerhalbinsel Krim im UN-Sicherheitsrat vor einer Eskalation gewarnt. Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin sagte in New York, er hoffe, dass die Ukraine „klug genug“ sei, um alles in ihrer Macht stehende für eine Entschärfung der Lage zu tun. „Lasst die Finger von Sabotage und Terrorismus – das ist mein guter Rat an meine ukrainischen Freunde.“

Der ukrainische UN-Botschafter Wolodymyr Jeltschenko verwies nach der Ratssitzung hinter verschlossenen Türen darauf, dass Russland rund 40.000 Soldaten auf der Krim, im Osten der Ukraine und an der Grenze zusammengezogen habe. „Diese Zahlen könnten schlechte Absichten widerspiegeln. Das ist das letzte, was wir wollen.“

Russische Truppen an der Grenze zur Krim in Gefechtsbereitschaft

Das Treffen des höchsten UN-Gremiums fand auf Bitten der Ukraine statt, die zuvor nach russischen Sabotagevorwürfen ihre Truppen an der Grenze zur Schwarzmeerhalbinsel Krim und im Osten des Landes in erhöhte Gefechtsbereitschaft versetzt hatte. Die Ukraine ist derzeit nicht-ständiges Mitglied im Sicherheitsrat, Russland ist Vetomacht.

Präsident Petro Poroschenko bat am Donnerstag um Telefonate mit Kanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Francois Hollande und anderen Spitzenpolitikern. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier will nach Angaben aus Kreisen seines Ministeriums am Montag nach Russland reisen, um in dem Konflikt zu vermitteln.

Russland spricht von Terrorabwehr, Ukraine weist Vorwürfe von sich

Am Mittwoch hatte der russische Inlandsgeheimdienst FSB erklärt, er habe Anschläge ukrainischer Saboteure auf der annektierten Halbinsel Krim verhindert. Präsident Wladimir Putin beriet mit seinem Sicherheitsrat in Moskau über verstärkten Schutz für Bürger und Infrastruktur der Krim. Putin hatte der Ukraine in scharfen Worten Terrorismus vorgeworfen und mit Gegenmaßnahmen gedroht. Kiew wies die Vorwürfe zurück.

Es wird befürchtet, dass Russland die angebliche Sabotage als Vorwand für ein weiteres militärisches Eingreifen nutzen könnte. In der Ostukraine, wo Russland die Separatisten mit Waffen und Soldaten unterstützt, sind die Totenzahlen bei Gefechten in den vergangenen Wochen wieder gestiegen. (dpa/aba)