Hardliner

Ex-Präsident Ahmadinedschad greift im Iran wieder nach Macht

Acht Jahre lang hat Mahmud Ahmadinedschad die iranische Politik bestimmt. Jetzt will er in sein altes Amt als Präsident zurückkehren.

Mahmud Ahmadinedschad strebt wieder das Präsidentenamt im Iran an.

Mahmud Ahmadinedschad strebt wieder das Präsidentenamt im Iran an.

Foto: Mario Tama / Getty Images

Teheran.  Der international höchst umstrittene ehemalige iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad startet wohl ein Comeback und will sich erneut für das hohe Amt im Staat bewerben. Wie die Tageszeitung „Schargh“ (Dienstag) berichtete, will er bei der Präsidentenwahl im Frühling antreten. Sein ehemaliger Regierungssprecher Gholam-Hussein Elham habe daher auch schon das für die Wahlen zuständige Gremium darüber informiert. Demnächst starte eine „Rückkehrkampagne“.

Zum ersten Mal in diesem Jahr zeigte sich Ahmadinedschad am Montag öffentlich und hielt eine Rede in der Narmak-Moschee in Teheran. Sein Comeback wollte er weder bestätigen noch dementieren. Seine Anhänger jedoch forderten es vehement.

Der Hardliner Ahmadinedschad, von 2005 bis 2013 iranischer Präsident, hatte schon im April seinen Willen zu einem politisches Comeback angedeutet und Präsident Hassan Ruhani als unfähig attackiert. Ahmadinedschad hatte während seiner Amtszeit immer wieder für Streit auf diplomatischer Ebene gesorgt. Zum einen gilt er als Antreiber beim iranischen Atomprogramm, der sich bei internationalen Verhandlung zum Rückbau des Programms nicht auf Kompromisse einließ. Zum anderen provozierte der Politiker immer wieder mit verbalen Attacken in Richtung Israel. Er leugnete immer wieder den Holocaust und drohte mit militärischen Angriffen auf Israel.

Auch im Iran Kritik an Rückkehr

Nach der Schlappe ihrer Spitzenkandidaten bei der Parlamentswahl im Februar setzen die Hardliner nun auf Ahmadinedschad. Nach ihrer Überzeugung kann nur er eine Wiederwahl des reformorientierten Ruhanis verhindern.

Ahmadinedschads erneute Kandidatur trifft in politischen Kreisen auch auf viel Kritik. So sind die Iraner nach Einschätzung von Parlamentspräsident Ali Laridschani gegen eine Rückkehr an die Macht des früheren Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad. „Für die Iraner wäre es keine attraktive Vorstellung, dass jemand nach zwei nicht gerade erfolgreichen Amtsperioden erneut bei der Präsidentenwahl 2017 antritt“, sagte Laridschani Anfang Juni. Laridschani galt einst als enger Vertrauter Ahmadinedschads und war von 2005 bis 2007 Atomunterhändler des Irans. Mittlerweile ist aus der politischen Freundschaft aber Abneigung geworden. (dpa)