Spionage

Russische Hacker knacken Netzwerk der US-Demokraten

Russische Hacker haben offenbar das Computernetzwerk der US-Demokraten geknackt. Sie verschafften sich Informationen über Donald Trump.

Russische Hacker verschafften sich Zugang zu internen Dokumenten der US-Demokraten über den Konkurrenten Donald Trump.

Russische Hacker verschafften sich Zugang zu internen Dokumenten der US-Demokraten über den Konkurrenten Donald Trump.

Foto: BRIAN SNYDER / REUTERS

Washington.  Hacker der russischen Regierung sind der „Washington Post“ zufolge in das interne Computernetzwerk der US-Demokraten eingedrungen und haben sich Zugang zu Dokumenten über den Republikaner Donald Trump verschafft. In der gehackten Datenbank hat die Partei Recherchen über den republikanischen Präsidentschaftskandidaten gesammelt. Mitarbeiter und Sicherheitsexperten der Demokraten erklärten, dass die Hacker auch alle über das System laufenden E-Mails und Chats lesen konnten. Zu welchen Informationen genau sie Zugang hatten, ist bisher nicht bekannt.

Laut dem Bericht hatten einige Hacker für etwa ein Jahr unbefugt Zugriff auf das Netzwerk der Partei. Die Mitarbeiter des „Democratic National Commitee“ (DNC) beteuerten, dass das Leck am vergangenen Wochenende geschlossen worden sei. Die Partei gehe von „traditioneller Spionage“ aus, die vom Geheimdienst gesteuert ist.

Russische Botschaft: Fall nicht bekannt

„Es ist die Aufgabe von jedem Geheimdienst, solche Informationen zu sammeln“, zitiert die Zeitung den Sicherheitsexperten Shawn Henry, Geschäftsführer der Firma CrowdStrike, die das System der Demokraten bereinigt hat. Er betonte, dass es für zivile Organisationen extrem schwierig sei, sich gegen solche Angriffe zu schützen. Ein Sprecher der russischen Botschaft in der amerikanischen Hauptstadt sagte der „Washington Post“, dass ihm der Vorfall nicht bekannt sei. Nach diesem Statement folgte auch ein Dementi aus der russischen Regierung in Moskau. Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow sagte der Nachrichtenagentur Reuters, er schließe die Möglichkeit vollständig aus, dass die Regierung oder Regierungsstellen daran beteiligt seien.

Hackerangriffe auf politische Organisationen in den Vereinigten Staaten gibt es immer wieder. Laut US-Behörden sind auch die Lager von Hillary Clinton und Donald Trump Ziel von russischen Spionen gewesen. Andererseits sammeln ebenso amerikanische Spione vergleichbare Informationen über Politiker und Parteien im Ausland. (les)