Europameisterschaft

Frankreich bereitet sich sogar auf Giftgasangriffe vor

Frankreich sichert die EM-Austragungsorte rigoros ab: Paris verwandelt sich in eine Hochsicherheitszone. Die Kontrollen sind streng.

Soldaten patrouillieren in der Nähe des Eiffel-Turms: Zur EM verwandelt sich die Stadt in eine Hochsicherheitszone.

Soldaten patrouillieren in der Nähe des Eiffel-Turms: Zur EM verwandelt sich die Stadt in eine Hochsicherheitszone.

Foto: Peter Kneffel / dpa

Paris.  Frankreich rüstet sich für die Fußball-EM mit einem massiven Aufgebot an Sicherheitskräften. 70.000 Polizisten, 10.000 Soldaten sowie 10.000 private Sicherheitsleute schirmen bis zum 10. Juli die Stadien, Fanmeilen und Stadtzentren in allen zehn Austragungsorten rigoros ab. Außerdem wurden Eliteeinsatzkräfte von Polizei und Gendarmerie strategisch so vorpositioniert, dass sie im Ernstfall innerhalb von 20 Minuten an jedem Ort im Lande eingesetzt werden können.

Insbesondere Paris wird sich in ein Hochsicherheitszentrum verwandeln. Zum einen, weil sich hier mit dem Prinzregentenstadium im Westen der Stadt und mit dem Stade de France im nur wenige Kilometer entfernten Vorort Saint-Denis gleich zwei Sport-Arenen befinden, in denen rund ein Fünftel aller Begegnungen stattfinden werden. Zum anderen wurde am Fuß des Eiffelturms mit 90.000 Plätzen die größte Fanzone des Landes eingerichtet.

Bei Anschlagsgefahr auch Spiele ohne Publikum

Während des Turniers wird es mehrere Sicherheitszonen rund um die zehn EM-Stadien geben. Zusätzlich zu den ohnehin sehr strengen Eingangskontrollen sind erste Sicht- und Gepäckkontrollen schon weit vorher an Absperrungen auf sämtlichen Zufahrtswegen geplant. Darüber hinaus gilt über den Spiel- und Trainingsstätten ein striktes Flugverbot. Dennoch behalten sich Regierung und Veranstalter vor, bei konkreter Anschlagsgefahr auch Geisterspiele ohne Publikum stattfinden zu lassen. Der in und um die Public-Viewing-Veranstaltungen betriebene Aufwand ist enorm. Kein Besucher soll eine Fanmeile betreten können, ohne vorher mehrfach kontrolliert worden zu sein.

Offiziell heißt es, dass man sich auf alle denkbaren Sicherheitsgefährdungen eingestellt hat. Attentate, ja selbst simultane Anschläge an mehreren Orten wie am 13. November in Saint-Denis und Paris, schließt das ein. Bei mehr als 50 Übungen, an denen Polizei, Gendarmerie, Armee, Feuerwehr, Notärzte und Hunderte von Statisten teilnahmen, ist seit dem Beginn des Jahres die Koordination großer Notfalleinsätze in Sportarenen und Fanmeilen durchgespielt worden. Zu den ihnen zugrunde liegenden Schreckensszenarien gehörten neben Sprengstoffanschlägen auch Giftgasangriffe.