Briefkastenfirmen

Anwaltskanzlei Mossack Fonseca in El Salvador durchsucht

Die Polizei hat in El Salvador Dokumente und Computer der Kanzlei Mossack Fonseca beschlagnahmt. Die Panama-Affäre weitet sich aus.

Polizisten begleiten Mitarbeiter der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca aus ihrem Büro in San Salvador:

Polizisten begleiten Mitarbeiter der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca aus ihrem Büro in San Salvador:

Foto: Oscar Rivera / dpa

San Salvador.  In El Salvador haben die Behörden die Anwaltskanzlei Mossack Fonseca durchsucht, die im Mittelpunkt der Panama-Affäre um Hundertausende Briefkastenfirmen steht. Dokumente und Computer seien in den Räumen der Kanzlei in San Salvador beschlagnahmt worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag per Kurznachrichtendienst Twitter mit. Vertreter von Mossack Fonseca in Panama waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Kanzlei ist auf die Einrichtung von Briefkastenfirmen spezialisiert. Medien haben enthüllt, dass sie für zahlreiche Politiker und Prominente solche Firmen aufgesetzt hat. Briefkastenfirmen können zur Steuervermeidung aber auch für Geldwäsche und Steuerhinterziehung genutzt werden.

Der isländische Ministerpräsident ist im Zuge der Affäre um die „Panama Papers“ zurückgetreten. In Bedrängnis geraten ist der britische Premierminister David Cameron, er räumte eine Beteiligung an einer Briefkastenfirma ein. Der argentinische Präsident Mauricio Macri ist im Visier der Ermittler in seinem Land und hat Vorwürfe zurückgewiesen, er habe Informationen in seinen Steuererklärungen unterlassen. (rtr)