Syrien-Konflikt

Raketeneinschläge vor angeblich geplantem Merkel-Besuch

Laut türkischer Regierung wollte Bundeskanzlerin Merkel bald die Grenzstadt Kilis besuchen. Dort schlugen nun Raketen aus Syrien ein.

In der Grenzstadt Kilis betreibt die türkische Regierung ein Flüchtlingslager.

In der Grenzstadt Kilis betreibt die türkische Regierung ein Flüchtlingslager.

Foto: Uygar Onder Simsek / dpa

Istanbul.  Im Zentrum der türkischen Grenzstadt Kilis sind am Donnerstag zwei aus Syrien kommende Raketen eingeschlagen. Nach Angaben der privaten türkischen Nachrichtenagentur DHA seien die Geschosse aus einem von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kontrollierten Gebiet in Syrien abgefeuert worden. Zwei Menschen seien beim Einschlag im Stadtzentrum verletzt worden. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete einen Verletzten.

Der Angriff erfolgte vor einem angeblich geplanten Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Kilis. Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hatte am Dienstag gesagt, Merkel plane für den Samstag kommender Woche einen Besuch in der Stadt, wo die Türkei ein großes Flüchtlingslager betreibt. Merkel-Sprecher Steffen Seibert hatte auf Anfrage erklärt, er könne den Besuchstermin nicht bestätigen. Es ist nicht der erste aus Syrien kommende Raketenangriff auf Kilis. Erst Anfang März starben eine Frau und ein Kleinkind, als an einem Tag allein acht Raketen einschlugen.

Die EU und die Türkei hatten Anfang März eine Vereinbarung getroffen, wonach die Türkei den EU-Staaten hilft, illegale Migration nach Europa einzudämmen. Dafür soll Ankara zunächst drei Milliarden Euro von der EU bekommen, um die Lebensbedingungen von Flüchtlingen im eigenen Land zu verbessern. Die Türkei hat nach Regierungsangaben mehr als 2,5 Millionen Flüchtlinge alleine aus Syrien aufgenommen. (dpa)