Nahost-Konflikt

Gericht: Israelischer Soldat wegen Totschlags angeklagt

Einem bereits wehrlosen palästinensischen Angreifer schoss ein israelischer Soldat in den Kopf. Jetzt kommt es zum Gerichtsprozess.

Israelische Soldaten transportieren die Leiche eines palästinensischen Attentäters in Hebron ab.

Israelische Soldaten transportieren die Leiche eines palästinensischen Attentäters in Hebron ab.

Foto: imago stock&people / imago/ZUMA Press

Tel Aviv.  Ein israelischer Soldat wird wegen Totschlags angeklagt, nachdem er einen verletzten palästinensischen Attentäter gezielt mit einem Kopfschuss getötet hatte. Dies hat ein Militärgericht am Donnerstag entschieden, wie die Nachrichtenseite „Haaretz“ berichtete.

Der israelische Soldat hatte vergangene Woche in Hebron im südlichen Westjordanland einen verletzten palästinensischen Attentäter mit einem Kopfschuss getötet. Dies zeigt ein Video, das die israelische Menschenrechtsorganisation B‘Tselem veröffentlichte. Der Mann war zuvor mit einem Komplizen mit Messern auf einen Soldaten losgegangen. Der zweite Attentäter war während des Angriffs erschossen worden.

Heftige Kontroverse in Israel

Israels Militär sprach nach der Tötung des verletzten Palästinensers von einem „schwerwiegenden Vorfall, der gegen die Werte der israelischen Armee verstößt“. Der Soldat sitzt seither in Haft.

Der Vorgang hat in Israel eine heftige Kontroverse ausgelöst. Regierungschef Benjamin Netanjahu sprach am Sonntag von Versuchen, nach dem Vorfall „die Moral der israelischen Armee anzuzweifeln“. Am Montag forderten die Palästinenser die Vereinten Nationen auf, die ihrer Meinung nach gezielten Tötungen durch die israelische Armee während der jüngsten Gewaltwelle zu untersuchen. (dpa)