Spannungen

Nordkoreas Machthaber Kim ordnet weitere Atomtests an

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat angekündigt, weitere Atomtests durchzuführen. Südkorea bezeichnete das Vorgehen als kopflos.

Dieses undatierte Foto soll Kim Jong-un dabei zeigen, wie er einem Raketenstart beiwohnt. Der Machthaber von Nordkorea hat angekündigt, weitere Atomtests durchführen zu wollen.

Dieses undatierte Foto soll Kim Jong-un dabei zeigen, wie er einem Raketenstart beiwohnt. Der Machthaber von Nordkorea hat angekündigt, weitere Atomtests durchführen zu wollen.

Foto: Rodong Sinmun / dpa

Pjöngjang /Seoul.  Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat einem Agenturbericht zufolge weitere Atomtests angeordnet. Ziel sei es, dadurch die Fähigkeiten des Landes zu verbessern, einen Atomangriff vorzunehmen, sagte er während eines weiteren Starts einer ballistischen Rakete, wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Freitag mitteilte. Der Text gab keinen Einblick, wann dieser Test erfolgt war. Erst am Donnerstag hatte Nordkorea zwei Kurzstreckenraketen abgeschossen, die 500 Kilometer flogen und dann ins Meer stürzten.

Südkorea bezeichnete die Ankündigung Kims als kopf- und gedankenlos. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief die Regierung in Pjöngjang dazu auf, ihre destabilisierenden Aktionen zu beenden. Der UN-Sicherheitsrat hatte vor kurzem als Reaktion auf den jüngsten nordkoreanischen Atomtest seine Sanktionen gegen das kommunistische Land drastisch verschärft. Die neuen Strafmaßnahmen sehen unter anderem Kontrollen sämtlicher Frachtlieferungen von und nach Nordkorea vor. Der jüngste nordkoreanische Atomtest fand am 6. Januar statt, gefolgt vom Start einer Langstreckenrakete am 7. Februar. Die Regierung in Pjöngjang hat erklärt, der Raketenstart sei ein legitimer Teil seines Raumfahrtprogramms.

Nordkorea konfisziert südkoreanische Güter

Unterdessen nehmen die Spannungen zwischen Nord- Südkorea weiter zu. Das kommunistische Regime in Pjöngjang erklärte am Donnerstag, „Ausrüstung, Materialien und Produkte von südkoreanischen Unternehmen“ im gemeinsamen Fabrikpark in Kaesong zu beschlagnahmen. Alle noch verbliebenen Südkoreaner seien aufgerufen worden, den grenznahen Komplex in Nordkorea zu verlassen. Die Sonderzone stehe ab sofort unter militärischer Kontrolle. Außerdem würden zwei wichtige Telefonhotlines zwischen beiden Ländern getrennt.

Nordkorea reagierte damit auf die Entscheidung Seouls vom Vortag, den Industriepark „komplett zu schließen“. Damit soll Nordkorea von einer wichtigen Devisenquelle abgeschnitten werden, die aus Seouls Sicht für das Atomprogramm des Lands genutzt wird. (bk/rtr/dpa)

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