Flüchtlingskrise

Widerstand bei Räumung von Migrantenlager bei Calais

Migranten protestieren gegen die Räumung des Flüchtlingscamps bei Calais.

Migranten protestieren gegen die Räumung des Flüchtlingscamps bei Calais.

Foto: PASCAL ROSSIGNOL / REUTERS

Bei der Räumung des Flüchtlingslagers bei Calais kam es zu Auseindersetzungen. Die Polizei setzte Tränengas gegen Flüchtlinge ein.

Calais.  Unter starkem Polizeischutz hat im nordfranzösischen Calais die umstrittene Räumung des Flüchtlingslagers begonnen. Provisorische Unterkünfte, Baracken und Zelte der Migranten wurden am Montag mit Hilfe von Bulldozern und Einsatzkräften eingerissen. Gegen die Aktion gab es Protest von Flüchtlingen und Hilfsorganisationen.

Mehrere Zelte und provisorische Bauten wurden aus Widerstand gegen die Räumung in Brand gesteckt. Nach einem Bericht des Senders BFMTV gingen die Einsatzkräfte auch mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Protestierende vor. Eine Aktivistin der britischen Organisation „No Borders“ sei festgenommen worden.

Behörde rechnet mit mehrwöchiger Räumung

Die Präfektur der nordfranzösischen Hafenstadt rechnet mit einer mehrwöchigen Dauer der Räumung. Für alle, die ihre Unterkunft verlieren, soll ein neuer Platz gefunden werden, wie ein Sprecher der Präfektur am Montag sagte.

Etwa 800 bis 1000 Einwanderer, die im Süden des als „Dschungel von Calais“ bekannten Baracken- und Zeltlagers leben, sind nach offiziellen Angaben von der Räumung betroffen. Nach der Ankündigung der französischen Regierung hatte ein Gericht in Lille die Aktion im südlichen Teil des Lagers in der vergangenen Woche für rechtens erklärt.

In Calais sammeln sich seit Jahren Menschen, die illegal nach Großbritannien gelangen wollen. Sie versprechen sich dort bessere Chancen und beantragen deswegen kein Asyl in Frankreich. Nach Behördenangaben halten sich derzeit knapp 4000 Migranten dort auf. Sie leben unter teils Slum-ähnlichen Bedingungen. (dpa)

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