Flüchtlingskrise

Österreich sagt wegen Anschlag in Ankara EU-Minigipfel ab

Vor dem EU-Gipfel zur Flüchtlingskrise wollte der „Club der Willigen“ beraten. Wegen des Ankara-Anschlags wurde das Treffen abgesagt.

Flüchtlinge warten am Grenzübergang zwischen Slowenien und Österreich. Beim EU-Sondergipfel soll über die Lage der Migranten beraten werden.

Flüchtlinge warten am Grenzübergang zwischen Slowenien und Österreich. Beim EU-Sondergipfel soll über die Lage der Migranten beraten werden.

Foto: Christian Bruna / dpa

Wien.  Das Treffen des „Clubs der Willigen“ vor Beginn des EU-Gipfels in Brüssel wird nicht stattfinden. Grund ist die Absage der Brüssel-Reise des türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu nach dem folgenschweren Bombenanschlag in Ankara. Das teilte das österreichische Bundeskanzleramt der Nachrichtenagentur APA am Mittwochabend mit.

Elf EU-Staaten wollten in der österreichischen EU-Vertretung mit der Türkei über konkrete Maßnahmen zur Bewältigung des Flüchtlingsandrangs aus Syrien sprechen. Österreichs Bundeskanzler und Gastgeber des Mini-Gipfels, Werner Faymann, wolle so schnell wie möglich einen neuen Termin koordinieren, hieß es.

EU-Gipfel findet wie geplant statt

Die EU-Staats- und Regierungschefs sprechen bei ihrem Gipfel über die Flüchtlingskrise und das Reformpaket für Großbritannien. Der britische Premierminister David Cameron dringt auf Zusagen für weitere Ausnahmen und Reformen, um seine Landsleute beim Referendum von einem „Brexit“, also einem EU-Austritt abzuhalten.

Vor dem Spitzentreffen wuchs die Zuversicht, dass eine Abmachung der 28 Staaten möglich ist. Beim Abendessen werden die Chefs über ihren Kurs in der Flüchtlingskrise beraten. Kanzlerin Angela Merkel will verhindern, dass die Grenze zwischen Mazedonien und Griechenland geschlossen wird. (dpa)