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Genervt: Barack Obama erklärt Selfies offiziell zur Pest

Wie konnte das passieren? Der oft so cool und nahbar wirkende US-Präsident Barack Obama hat Selfies satt und schimpft darüber freimütig.

Der Präsident lacht, die Frau lacht, aber angeblich mag Barack Obama keine Selfies mehr. Das sagte er jetzt zumindest in aller Deutlichkeit.

Der Präsident lacht, die Frau lacht, aber angeblich mag Barack Obama keine Selfies mehr. Das sagte er jetzt zumindest in aller Deutlichkeit.

Foto: © Yuri Gripas / Reuters / REUTERS

Washington.  Wenn Barack Obama kommt, drehen sich Menschen oft um – und zwar weg. Das liegt weniger an seinen schlechten Beliebtheitswerten, sondern daran, dass ein Foto mit dem Präsidenten immer noch sehr beliebt ist. Obama ist von den vielen Rücken nicht entzückt: „Wenn es 2008 schon Smartphones gegeben hätte, weiß ich nicht, ob ich [als Präsidentschaftskandidat] angetreten wäre“, sagte er bei einer Versammlung mit Anhängern in Illinois. „Weil die Leute ihre Smartphones in Händen halten, schütteln sie nicht mehr meine Hand“, sagte er.

Der Präsident knüpft damit auch an eine Szene an, die Mitte Januar schon für Verwunderung gesorgt hatte: „Ich kann keine Selfies machen“, hatte er da einem Anhänger recht schroff gesagt. Dabei kannte die Welt ihn doch als den, der immer am freundlichsten lächelt für die Bilder von Handy-Kameras.

Obama hat mit den Foto-Posen auch schon manche Posse erlebt – und seine ganz persönliche Selfie-Peinlichkeit: Die Empörung schlug hoch, als er sich bei der Trauerfeier für Nelson Mandela lachend mit der damaligen dänischen Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt und dem britischen Premier David Cameron fotografierte.

Das mit Thorning-Schmidts Smartphone aufgenommene Foto ist in der Öffentlichkeit nicht aufgetaucht. Beobachter der Szene verteidigten Obama aber. Die ganz Stimmung beim Abschied von Mandela sei fröhlich-ausgelassen gewesen – wie es dem früheren südafrikanischen Präsidenten wohl auch gefallen hätte.

Obama selbst scheint auch kein sonderlich geübter Selfie-Fotograf zu sein: Das einzige selbst aufgenommene Bild, das in der Sammlung des Weißen Hauses auf Instagram zu sehen ist, zeigt ihn in Alaska mit dem Abenteurer Bear Grylls – und seinem Finger.

Zugleich ließ er sich aber auch bei Aufnahmen mit Smartphone und Selfie-Stange filmen – in einem Buzzfeed-Video „Dinge, die jeder tut, über die aber keiner redet“.

Donald Trump nutzte die Bilder in einem eigenen Wahlwerbespot als Vorlage: Amerika brauche wieder ernsthafte Führung. Und auch die Bundeskanzlerin hat nach einem bereitwillig gewährten Selfie mit einem Flüchtling zu spüren bekommen, welche Wirkung die Geste entfalten kann.

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