Kampfjet

Luftraumverletzung: Moskau weist Ankaras Vorwurf zurück

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Ein Kampfjet des Typs SU-34 während einer Luftfahrtshow in Russland (Archivbild).

Ein Kampfjet des Typs SU-34 während einer Luftfahrtshow in Russland (Archivbild).

Foto: © Denis Sinyakov / Reuters

Laut der Türkei hat erneut ein russischer Kampfjet den Luftraum verletzt. Russland dementiert das und spricht von reiner Propaganda.

Ankara.  Ein russischer Kampfjet vom Typ SU-34 hat laut türkischen Behörden erneut den Luftraum des Landes verletzt. Der Vorfall habe sich bereits am Freitagmittag, um 11.46 Uhr, ereignet, heißt es in einer Mitteilung des türkischen Außenministeriums. Und weiter: „Das russische Flugzeug ist mehrere Male auf Englisch und Russisch gewarnt worden.“ Der Jagdbomber habe auf die Funksprüche nicht reagiert. Wo sich der Vorfall genau ereignete, geht aus der Mittelung nicht hervor.

Das Außenministerium in Ankara sah sich allerdings zu Konsequenzen gezwungen: Es habe am Freitag den russischen Botschafter einbestellt. In der Mitteilung des Ministeriums heißt es außerdem: „Wir unterstreichen, dass solche Aktionen zu ernsthaften Konsequenzen führen können.“

Erdogan will Treffen mit Putin

Präsident Recep Tayyip Erdogan warnte Russland, es müsse die Konsequenzen tragen, sollte es weiter die Hoheitsrechte der Türkei infrage stellen. Zugleich zeigt sich Erdogan offenbar gesprächsbereit. Die türkische Tageszeitung „Hürriyet“ schrieb, er habe ein Treffen mit Russlands Amtskollegen Wladimir Putin verlangt. Auf eine entsprechende Anfrage an die russische Regierung habe er aber noch keine Antwort erhalten. Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg forderte Russland auf, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen um sicherzustellen, dass der Nato-Luftraum nicht wieder verletzt werde.

Die Türkei hatte am 24. November einen russischen Kampfbomber im syrisch-türkischen Grenzgebiet abgeschossen. Russland bestritt auch damals die Verletzung türkischen Hoheitsgebietes. Seitdem haben sich die Beziehungen zwischen den beiden Staaten deutlich verschlechtert. Ankara warf Moskau Grenzverletzung vor. Der Kreml wies das zurück und verhängte Sanktionen im Handel und Tourismus gegen das Nato-Land.

An einer weiteren Verschlechterung der Beziehungen zu Russland kann die Türkei deswegen kein Interesse haben. Zu den russischen Strafmaßnahmen gehörte etwa die Einstellung von Charterflüge in die Türkei. Die Maßnahme traf vor allem die Urlaubsregion Antalya – eine Hochburg für russische Touristen. Im Dezember ging die Zahl der Touristen aus Russland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 47 Prozent zurück. (les/dpa/rtr)

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