Terrormiliz

IS verschleppt und ermordet Hunderte Zivilisten in Syrien

Der IS hat die Stadt Dair as-Saur im Osten Syriens angegriffen. Dabei soll die Terrormiliz mehrere Hundert Zivilisten getötet haben.

Dair as-Saurim Jahr 2013 – In einen Vorort der Stadt im Osten Syriens ist nun die Terrormiliz Islamischer Staat eingefallen. Dabei blieben viele Zivilisten von ihrem Terror nicht verschont.

Dair as-Saurim Jahr 2013 – In einen Vorort der Stadt im Osten Syriens ist nun die Terrormiliz Islamischer Staat eingefallen. Dabei blieben viele Zivilisten von ihrem Terror nicht verschont.

Foto: imago stock&people

Damaskus.  Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat in Ostsyrien ein Massaker angerichtet und viele Hundert Menschen getötet oder entführt. Die Dschihadisten überrannten am Samstag einen Vorort der Stadt Dair as-Saur, die teils von Regierungstruppen kontrolliert wird. Sie verschleppten 400 Zivilisten, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in der Nacht zum Sonntag mitteilte. Nach syrischen Angaben wurden zudem mehr als 300 Zivilisten ermordet.

Die Menschenrechtler sprachen von 85 getöteten Einwohnern. Bei den Gefechten in dem Dorf Al-Bagalija seien zudem 50 Mann auf Seiten der Regierungstruppen sowie 42 IS-Mitglieder getötet worden.

Versklavung befürchtet

Die meisten Verschleppten sollen Familienangehörige regimetreuer Kämpfer sein. „Wir befürchten, dass die 400 unter dem Vorwand, dass sie loyal zum Regime stünden, hingerichtet oder versklavt werden“, erklärte der Leiter der Menschenrechts-Beobachter, Rami Abdel-Rahman, der Deutschen Presse-Agentur. Die Verschleppten wurden Berichten der Menschenrechtler zufolge in den Westen der Provinz sowie in Richtung der inoffiziellen Hauptstadt des vom IS ausgerufenen Kalifats, Al-Rakka, etwa 125 Kilometer nordwestlich gebracht.

Dair as-Saur und die gleichnamige syrische Provinz stehen mit Ausnahme einiger Gebiete unter Kontrolle des Islamischen Staates. Die Belagerung der Enklave am Euphrat begann vor etwa einem Jahr. Aktivisten zufolge schickte die Regierung Verstärkung, um das verlorene Dorf im Norden Dair as-Saurs zurückzuerobern.

250.000 Menschen sollen eingeschlossen sein

Nach Berichten über schlechte Zustände in dem Gebiet hatte ein russisches Transportflugzeug zuletzt 22 Tonnen Lebensmittel und Medizin über Dair as-Saur abgeworfen. Bürgerrechtlern zufolge sind dort mindestens 250.000 Menschen eingeschlossen. Der IS verhindert demnach, dass Nahrung und Arzneien auf dem Landweg in die Stadt gebracht werden können.

Den Menschenrechtlern zufolge tötete der Islamische Staat in Syrien in den vergangenen eineinhalb Jahren mehr als 3700 Zivilisten und über 1000 Regimekämpfer. (dpa)