Umfrage

Mehrheit der Briten will einen Austritt aus der EU

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Plakat einer Anti-EU-Kampagne in London: Bis Ende 2017 will Premier Cameron ein Referendum über den Verbleib in der Staatengemeinschaft abhalten.

Plakat einer Anti-EU-Kampagne in London: Bis Ende 2017 will Premier Cameron ein Referendum über den Verbleib in der Staatengemeinschaft abhalten.

Foto: STEFAN WERMUTH / REUTERS

Laut einer Umfrage spricht sich erstmals die Mehrheit der Briten gegen die EU aus. Das liegt offenbar auch an der Flüchtlingskrise.

London.  Stimmungswandel in Großbritannien: Die Mehrheit der Briten plädiert nach einer Umfrage der Zeitung „The Independent“ für einen Austritt aus der EU. Demnach wollen 52 Prozent den sogenannten „Brexit“ und nur 48 Prozent in der Gemeinschaft bleiben. Damit habe erstmals bei den monatlichen Umfragen des Blattes eine Mehrheit den Austritt befürwortet, berichtet die Zeitung.

Möglicherweise handele es sich um eine Reaktion der Befragten auf die Terrorangriffe von Paris sowie auf die Flüchtlingskrise, hieß es. Allerdings sei die Unterstützung für einen Verbleib in der EU bereits in den Vormonaten immer geringer geworden. Allerdings sprach sich noch im Oktober eine Mehrheit der Bürger für einen Verbleib in der Europäischen Union aus. Damals wollten 53 Prozent in der EU bleiben während sich 47 Prozent gegen die Staatengemeinschaft aussprachen. Für die Umfrage wurden vergangenen Mittwoch und Donnerstag 2000 Briten befragt. Laut der Umfrage sind mehrheitlich Konservative für den Austritt aus der Staatengemeinschaft.

Bis Ende 2017 Referendum über EU-Verbleib

„Die Einwanderung ist von zentraler Bedeutung für die Euroskepsis in Großbritannien“, sagte Matthew Goodwin, Professor für Politik an der Kent Universität, der Zeitung. Die derzeitige Flüchtlingskrise fördere die negative Einstellung gegenüber der EU.

Der britische Premierminister David Cameron hat bis Ende 2017 ein Referendum versprochen. Dann sollen die Briten entscheiden, ob sie die EU verlassen oder lieber bleiben wollen. Cameron selbst stellt Bedingungen und verlangt Reformen von der EU. Zudem will er Sonderrechte für sein Land: Großbritannien wolle sich vom EU-Ziel einer „immer engeren Gemeinschaft“ abkoppeln. Außerdem sollen Sozialleistungen für EU-Bürger in Großbritannien beschränkt werden.

Während die Ablehnung in England wächst, stimmten die Bürger in anderen Regionen des Vereinigten Königreichs anders. Am höchsten ist die Unterstützung für die EU in Schottland, wo sich 60 Prozent für einen Verbleib aussprachen. Auch die Mehrheit der in Wales lebenden Bürger ist der EU gegenüber 56 Prozent positiv eingestellt. (dpa)

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