Kolavia-Absturz

CNN: Hinweise auf Sprengsatz als Absturzursache

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Bei dem Absturz am Samstag über der Sinai-Halbinsel kamen 224 Menschen ums Leben.

Bei dem Absturz am Samstag über der Sinai-Halbinsel kamen 224 Menschen ums Leben.

Foto: Maxim Grigoriev / Russian Emerge / dpa

Der Sender CNN berichtet, dass wahrscheinlich eine Bombe das russische Passagierflugzeug zum Absturz brachte. Beweise gibt es keine.

New York.  Die US-Geheimdienste schließen einem Bericht des Fernsehsenders CNN zufolge nicht aus, dass ein Sprengkörper die russische Passagiermaschine in Ägypten zum Absturz brachte. „Es gibt ein eindeutiges Gefühl, dass es ein Sprengkörper war, der im Gepäck oder anderswo im Flugzeug versteckt wurde“, zitierte der Sender einen namentlich nicht genannten Vertreter der Regierung. Es gebe aber keine belastbaren oder bestätigten Geheimdienstberichte für eine spezifische Bedrohung vor dem Absturz. Die US-Geheimdienste seien noch zu keinem Ergebnis gekommen.

Die britische BBC will aus hochrangigen britischen Regierungskreisen erfahren haben, dass in den vergangenen 24 Stunden eingegangene Informationen darauf hindeuteten, dass eine Bombe den Absturz verursacht habe.

Großbritannien stoppt Flüge aus Ägypten

Die US-Regierung vermied es unterdessen, diese Vermutung öffentlich zu nähren. „Es wäre zum jetzigen Zeitpunkt nicht hilfreich, unsere eigenen Ansichten oder Meinungen in die Ermittlungen einfließen zu lassen“, sagte Außenamtssprecher John Kirby am Mittwoch. Mitarbeitern der Regierung würde von Reisen in den Sinai aus Sicherheitsgründen zwar abgeraten. Diese Empfehlung beruhe aber auf keinen neuen Informationen, sondern auf bereits bekannten Bedrohungen.

Die britische Regierung indes hält es für wahrscheinlich, dass der Absturz des russischen Passagierflugzeugs über dem Sinai von einem Sprengkörper an Bord verursacht wurde. Das sei eine „signifikante Möglichkeit“, sagte Großbritanniens Außenminister Philip Hammond am Mittwochabend in London und sprach eine Reisewarnung für Scharm el Scheich in Ägypten aus. Es würden vorerst keine Flüge von Großbritannien in die Region starten.

Es werde am Abend keine weiteren Abflüge in Richtung Großbritannien geben, teilte die Regierung am späten Mittwochnachmittag mit. Zunächst solle britischen Experten Zeit gegeben werden, die Sicherheitsvorkehrungen vor Ort zu überprüfen. Die Regierung ging davon aus, dass dies noch am Mittwoch abgeschlossen werde.

Dringlichkeitssitzung am Mittwochabend

„Wir betonen, dass es eine Vorsichtsmaßnahme ist“, hieß es in der Mitteilung einer Regierung. „Aber nachdem mehr Informationen zutage gekommen sind, machen wir uns Sorgen, dass das Flugzeug durchaus durch einen Sprengkörper zum Absturz gebracht worden sein kann.“ Nach dem Start in Scharm el Scheich war am Samstag ein Flugzeug über der Sinai-Halbinsel abgestürzt. 224 Menschen waren ums Leben gekommen. Die Unglücksursache ist noch unklar.

Vor laufender Kamera vermied Transportminister Patrick McLoughlin eine Antwort auf die Frage, ob London die ägyptischen Sicherheitsvorkehrungen für nicht ausreichend halte. Premierminister David Cameron habe am Vorabend über das Thema mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi am Telefon gesprochen. Al-Sisi ist seit Mittwoch in Großbritannien und trifft sich am Donnerstag zu länger geplanten Gesprächen mit Cameron. Premierminister David Cameron berief für den Abend eine Dringlichkeitssitzung des Kabinetts ein. (dpa/ls)