Türkei

AKP holt bei Türkeiwahl absolute Mehrheit

Nach der Auszählung von 95 Prozent der Stimmen steht fest: Erdoğans Partei AKP holt bei der Türkeiwahl die absolute Mehrheit zurück.

Unterstützer der AKP jubeln nach dem spektakulärem Wahlsieg in Ankara.

Unterstützer der AKP jubeln nach dem spektakulärem Wahlsieg in Ankara.

Foto: Str / dpa

Istanbul.  Bei der Parlamentswahl in der Türkei hat die islamisch-konservative Regierungspartei AKP ihre absolute Mehrheit mit einem spektakulären Sieg zurückerobert. Die Partei von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan kann damit künftig wieder alleine regieren, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Sonntagabend nach Auszählung von mehr als 95 Prozent der Stimmen meldete. Die pro-kurdische HDP schaffte demnach knapp die Zehnprozenthürde und zieht damit erneut ins Parlament in Ankara ein.

Die AKP kommt nach den vorläufigen Ergebnissen auf fast 50 Prozent der Stimmen – nach 40,9 Prozent bei der Wahl im Juni, als sie ihre absolute Mehrheit verlor. Damit gewinnt sie 316 der 550 Sitze in der Nationalversammlung in Ankara. Auf den zweiten Rang kommt die Mitte-Links-Partei CHP mit rund 25 Prozent der Stimmen, gefolgt von der ultrarechten MHP mit rund 12 und der HDP mit knapp über 10 Prozent.

MHP verliert am meisten Stimmen

Die MHP hätte damit im Vergleich zum Juni (16,3 Prozent) am meisten Wähler verloren. Die AKP hatte die ihr ideologisch oft nahestehenden MHP-Wähler massiv umworben.

Bei der Wahl im Juni hatte die AKP ihre absolute Mehrheit erstmals seit Übernahme der Regierung im Jahr 2002 verloren. Nachdem Koalitionsgespräche gescheitert waren, rief Erdogan Neuwahlen aus. Die Opposition warf dem Präsidenten vor, eine Koalition mit der CHP verhindert zu haben, um Neuwahlen zu erzwingen.

Die AKP von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hatte ihre absolute Mehrheit bei der Wahl im Juni erstmals seit Übernahme der Regierung im Jahr 2002 verloren. Nachdem Koalitionsgespräche scheiterten, rief Erdoğan Neuwahlen aus. Die Opposition warf dem Präsidenten vor, eine Koalition verhindert zu haben, um Neuwahlen zu erzwingen.

Erdoğan sagte bei seiner Stimmabgabe am Sonntag in Istanbul, man werde den „nationalen Willen“ respektieren müssen, der bei der Wahl zum Ausdruck komme. „Die Türkei hat in Sachen Demokratie eine weite Strecke zurückgelegt.“ Der Verlust der absoluten Mehrheit im Juni war auch eine Niederlage für Erdoğan gewesen. Er hatte vor der Juni-Wahl Wahlkampf für die von ihm mitbegründete AKP betrieben, obwohl die Verfassung dem Staatsoberhaupt Neutralität vorschreibt.(dpa)