Janusz Korwin-Mikke

EU-Politiker wegen Hitlergruß suspendiert

Die Leitung des EU-Parlaments hat am Dienstag zwei Politiker suspendiert. Ein Hitlergruß kostet Janusz Korwin-Mikke 3060 Euro Strafe.

Janusz Korwin-Mikke sitzt als unabhängiger Kandidat im EU-Parlament. Wegen eines Hitlergrußes muss er jetzt allerdings erstmal pausieren.

Janusz Korwin-Mikke sitzt als unabhängiger Kandidat im EU-Parlament. Wegen eines Hitlergrußes muss er jetzt allerdings erstmal pausieren.

Foto: AGENCJA GAZETA / REUTERS

Straßburg.  Die beiden Politiker Janusz Korwin-Mikke aus Polen und Gianluca Buonanno aus Italien dürfen für zwei Wochen nicht an den Sitzungen des EU-Parlaments teilnehmen. In einem gemeinsamen Treffen entschieden dies der Präsident des EU-Parlaments und seine 14 Vize-Präsidenten. Nach Angaben des Politikmagazins Politico müssen die Parlamentarier zusätzlich jeweils 3060 Euro Strafe zahlen. Abstimmen dürften die Abgeordneten dennoch.

Italiener leistete sich mehrere Ausrutscher

Gianluca Buonanno von der rechtspopulistischen Lega Nord aus Italien war zu einer Sitzung des Parlaments mit einem T-Shirt erschienen, dass eine Fotomontage von Adolf Hitler und Angela Merkel zeigte. Zu einem Besuch der Kanzlerin und des französischen Präsidenten Francois Hollande im Plenum hatte er sich einen Hitler-Bart angeklebt.

Ein Hitlergruß kostet 3060 Euro

Janusz Korwin-Mikke war im Juni dieses Jahres aufgefallen, als er den Hitlergruß im Parlament zeigte. Er hatte sich zu einer Diskussion über ein europaweites Bahnticket zu Wort gemeldet. Kowin-Mikke zeigte sich als Gegner dieses Tickets. In Anlehnung an das NS-Vokabular wählte er dazu den Ausspruch: „Ein Volk, ein Reich, ein Ticket“. Am Ende seines Wortbeitrags zeigte Janusz Korwin-Mikke den Hitlergruß, der ihn nun 3060 Euro und seinen Sitzplatz kostet.

Durch die Suspendierung Korwin-Mikkes dürfte der deutsche Abgeordnete Martin Sonneborn nun etwas mehr Platz im Parlament haben. Sonneborn ist Sitznachbar von Korwin-Mikke und hatte ihm nach eigenen Aussagen vom Juli vor dessen umstrittenen Wortbeitrag das Mikrofon eingeschaltet. Zudem habe ihn der polnische Abgeordnete um Rat bei der Wortwahl gebeten. So hatte er zunächst nicht gewusst, ob man auch Ticket zu einer Bahnfahrkarte sagen könnte.