Jordanien

Videoüberwachung soll Gewalt in Israel beenden

US-Außenminister John Kerry verhandelt über den Frieden in Israel. Es geht um einen Punkt, der die aktuelle Gewaltwelle auslöste.

US-Außenminister John Kerry verhandelt in Amman mit palästinensischen und jordanischen Politikern über ein Ende der Gewalt in Israel.

US-Außenminister John Kerry verhandelt in Amman mit palästinensischen und jordanischen Politikern über ein Ende der Gewalt in Israel.

Foto: POOL / REUTERS

Amman.  Die aktuelle Gewaltwelle in Israel wurde durch Gerüchte über eine Blockade des Tempelberges ausgelöst. US-Außenminister John Kerry erklärte nun nach Verhandlungen in Amman, dass Israel solch eine Blockade nicht plane. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte an, dass auch mit Videotechnik die Gewalt verhindert werden solle.

Zur Beilegung der Gewaltwelle in Israel haben Vertreter des Landes und Jordaniens ein baldiges Treffen der Verantwortlichen für den Tempelberg verabredet. US-Außenminister John Kerry gab am Samstag nach Gesprächen im jordanischen Amman bekannt, Regierungsvertreter Israels und Mitglieder der religiösen jordanischen Stiftung für den Tempelberg seien zu Verhandlungen bereit.

Beten dürfen auf dem Tempelberg nur Muslime

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu habe zugesagt, dass nur Muslime auf dem von ihnen als Haram al-Scharif bezeichneten Tempelberg beten dürften. Der Besuch sei aber auch weiterhin Angehörigen anderer Religionen gestattet.

Videokameras sollen Gewalt verhindern

"Israel wird seine seit langem bestehende Religionspolitik auf dem Tempelberg/Haram al-Scharif fortsetzen, einschließlich der fundamentalen Tatsache, dass dort Muslime beten und Nicht-Muslime Besuche abstatten", sagte Kerry. Kerry zufolge sagte Netanjahu auch zu, dass der Tempelberg künftig rund um die Uhr von Videokameras überwacht werden soll, um Verletzungen der Vereinbarung rasch zu entdecken.

Ausbruch von Gewalt nach Gerüchten über Sperrung

Die Gewaltwelle war vor mehr als drei Wochen durch Gerüchte ausgelöst worden, Israel wolle den Tempelberg schließen, auf dem sich mit Felsendom und Al-Aksa-Moschee zwei wichtige islamische Heiligtümer befinden. Netanjahu macht die Palästinenserführung für das Verbreiten der Gerüchte verantwortlich und hat bereits mehrfach betont, Israel stehe zu seinen Verpflichtungen gegenüber den Heiligen Stätten.

Dennoch riss die Angriffswelle in den vergangenen Wochen nicht ab. Neun Israelis wurden dabei erstochen oder erschossen und mehr als 50 Palästinenser von der Polizei getötet.

Nach den im Anschluss an die israelische Eroberung Ost-Jerusalems 1967 getroffenen Vereinbarungen dürfen nur Araber auf dem Tempelberg beten. Das Besuchen des Plateaus oberhalb der Klagemauer - dem wichtigsten Heiligtum der Juden - ist aber auch Juden und Angehörigen anderer Religionen erlaubt. Hüter der Vereinbarungen ist der jordanische König, die praktische Aufsicht führt die Stiftung für den Haram al-Scharif.