Krim-Krise

OSZE entsendet militärische Beobachtermission in die Ukraine

In Europa droht ein Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Russland hat bereits die ukrainische Halbinsel Krim unter seine Kontrolle gebracht. Lesen Sie im Liveticker, was am Dienstag geschah.

Es folgt ein Ticker zu den wichtigsten Ereignissen am Dienstag:

21.06 Uhr - Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einer diplomatischen Lösung im Ukraine-Konflikt aufgefordert. In einem 25 Minuten dauernden Telefonat habe Erdogan zudem vor einer Destabilisierung der ganzen Region gewarnt, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag. Internationales Recht müsse Grundlage einer Lösung sein. Erdogan habe Putin aufgerufen, das Fundament für ein friedliches Zusammenleben von Ukrainern, Tartaren und Russen zu legen.

20.17 Uhr - Die Ukraine hat wegen der anhaltenden Krise die Sicherheitsvorkehrungen an ihren Atomanlagen verstärkt. Grund sei die „ernste Bedrohung der Sicherheit“ durch das russische Militär, teilte die ukrainische Führung am Dienstag der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien mit. Rechtswidrige Handlungen der russischen Streitkräfte auf ukrainischem Territorium und die Drohung mit Gewalt gefährdeten die Sicherheit der Ukraine, teilte der ukrainischen Vertreter bei der IAEA in einem Brief an die Atomenergiebehörde mit. Dies berge mögliche Folgen für die Atomanlagen in der Ukraine.

19.54 Uhr - Fünf ausländische Fußball-Profis des ukrainischen Erstligisten Tschernomorets Odessa haben wegen der Krim-Krise ihre Verträge aufgelöst und das Land verlassen. „Aufgrund der politischen Lage und fehlender Informationen von Verband und Liga zum Verlauf der Saison waren wir gezwungen, den Wünschen der Spieler zu entsprechen“, heißt es auf der Internetseite des Vereins. Odessa war erst in der vergangenen Woche aus der Europa League ausgeschieden.

Bei den Spielern handelt es sich um den Österreicher Markus Berger, den Brasilianer Anderson Santana, den Ivorer Franck Dja Djedjé, den Spanier Sito Riera und den Argentinier Pablo Fontanello.

19.02 Uhr - Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) wird eine militärische Beobachtermission in die Ukraine entsenden. Das beschlossen 20 Länder der Organisation am Dienstag in Wien.

Die unbewaffneten Beobachter könnten schon am Mittwoch abreisen. Die Mission soll militärische Aktivitäten Russlands beobachten.

Die OSZE-Beobachter fahren auf Einladung der Ukraine in das Land. Ob sie tatsächlich Zugang zur ukrainischen Halbinsel Krim bekommt, sei aber noch nicht klar. Die Beobachter könnten zunächst auch in andere Teile der Ukraine reisen.

Die militärische Beobachtermission ist unabhängig von einer geforderten diplomatischen Mission der OSZE und der von Deutschland und anderen Ländern geforderten internationalen Kontaktgruppe.

17.21 Uhr - Die Bundesregierung hat in den Jahren 2009 bis 2013 die ukrainische Regierung unter dem inzwischen entmachteten Präsidenten Viktor Janukowitsch in Sicherheitsfragen beraten. Das geht aus einer am Dienstag bekanntgewordenen Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Hans-Christian Ströbele hervor.

Danach hat das Bundeskriminalamt dem ukrainischen Sicherheitsdienst SBU polizeiliche Aufbauhilfe geleistet. Im Zusammenhang mit der Fußball-Europameisterschaft 2012 habe es auch Seminare sowie Trainingseinheiten mit der Polizeisondereinheit Berkut gegeben.

Für Berkut seien ferner Schutzhelme und leichte Körperschutzausstattung geliefert worden. „Die Antwort der Bundesregierung zeigt, wie schnell man vom gestrigen Freund zum Feind und Diktator erklärt werden kann“, erklärte Ströbele.

16.58 Uhr - Auch die schwedische Kronprinzessin Victoria hat ihren Besuch bei den Paralympics im russischen Sotschi wegen der Ukraine-Krise abgesagt. Das teilte die königliche Sprecherin Ulrika Naslund mit Blick auf die „derzeitige Situation“ mit. Prinzessin Victoria wollte ursprünglich am Sonntag und Montag die am Freitag beginnenden Paralympics besuchen. Die schwedischen Sportler sind dagegen bereits in Sotschi und werden wie geplant teilnehmen.

16.19 Uhr – Minister der Ukraine und Russlands beginnen nach Worten von Regierungschef Arseni Jazenjuk mit Beratungen. Die Schulden der Ukraine für russische Gaslieferungen summierten sich auf zwei Milliarden Dollar.

16.17 Uhr - Lettlands Präsident Andris Berzins hat angesichts der Sanktionsdrohungen gegen Russland im Ukraine-Konflikt vor „gegenteiligen Auswirkungen“ gewarnt. „Positive Veränderungen können nicht mit aggressiven Beschränkungen erreicht werden“, sagte Berzins am Dienstag im lettischen Radio. Deshalb sei es wichtig zu überlegen, welche Sanktionen erhoben und wie verhängt werden könnten. Sie sollten aber nicht die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen betreffen, sagte Berzins. Die Sicherheit des Nato-Mitglieds Lettland sieht der Staatschef wegen des Ukraine-Konflikts derzeit nicht direkt bedroht. „Die lettischen Bürger sind sicher im Moment“, sagte Berzins nach einem Treffen des Nationalen Sicherheitsrats in der Ex-Sowjetrepublik.

16.16 Uhr – Russlands Präsident Wladimir Putin berät nach Angaben seines Amtes mit Chinas Staatschef Xi Jinping über die Lage in der Ukraine. Die Positionen beider lägen eng beieinander.

16.01 Uhr - Ein russisches Aufklärungsflugzeug hat die türkische Luftwaffe alarmiert. Weil die Militärmaschine vom Typ Iljuschin 20 über dem Schwarzen Meer entlang der türkischen Grenze flog, seien acht F-16-Kampfflugzeuge zur Sicherung des Luftraums gestartet, teilte der türkische Generalstab am Dienstag mit. Die russische Maschine habe die türkischen Grenzen aber nicht verletzt. Die Türkei ist Nato-Mitglied und hat sich in den vergangenen Tagen wiederholt besorgt über die Zuspitzung der Krise in der Ukraine geäußert.

15.46 Uhr - Die Nato und Russland haben für (den morgigen) Mittwoch ein Sondertreffen zur Ukraine-Krise vereinbart. Dies teilte das Verteidigungsbündnis in Brüssel mit. Angeregt hatte das Treffen Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen. Russland habe am Dienstag zugestimmt, als die Nato-Botschafter die Krise berieten, hieß es.

15.43 Uhr - Der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland bewegt auch die Getreidemärkte. Bereits seit Anfang Februar ging es mit dem Preis für Weizen stark nach oben. Die jüngste Zuspitzung im Streit um die ukrainische Halbinsel Krim löste zu Beginn der Woche den stärksten Preissprung beim Weizen seit 2012 aus. Der Preis für einen Scheffel zur Auslieferung im Mai erreichte an der Rohstoffbörse in Chicago mit mehr als 6,40 US-Dollar den höchsten Stand seit Mitte Dezember. Experten sehen eine Ursache für den Preisanstieg in der Sorge der Marktteilnehmer vor verzögerten Getreidelieferungen aus der Ukraine. Am Dienstag sank der Preis leicht auf 6,21 Dollar.

15.42 Uhr - Die britische Regierung will sich noch nicht festlegen, welche Sanktionen sie wegen der Krim-Krise gegen Russland verhängen könnte. „Alle Optionen sind noch auf dem Tisch, auf diplomatischer und wirtschaftlicher Seite“, sagte Außenminister William Hague am Dienstag vor Abgeordneten. Zuvor hatte ein abfotografiertes internes Regierungsdokument die Runde gemacht, in dem finanzielle Sanktionen ausgeschlossen wurden.

15.35 Uhr - Die russische Marine blockiert der ukrainischen Küstenwache zufolge die Straße von Kertsch zwischen der Krim und Russland.

15.30 Uhr - Außenminister Frank-Walter Steinmeier sieht die Chancen auf die Gründung einer internationalen Kontaktgruppe zur Lösung der Krim-Krise gestiegen. „Wir sind noch nicht da. Aber ich glaube, dass es sich lohnt, ins Gespräch zu kommen“, sagte Steinmeier am Dienstag auf dem Flughafen Berlin-Tegel. Der SPD-Politiker verwies auf Äußerungen von Russlands Präsident Wladimir Putin, der in Moskau eine solche Kontaktgruppe erstmals öffentlich als möglich bezeichnet hatte. In der Gruppe sollen sowohl die neue ukrainische Regierung als auch Russland vertreten sein. Nach dpa-Informationen wollen sich dazu noch an diesem Dienstagabend Spitzendiplomaten aus mehreren Ländern in Paris treffen.

15.19 Uhr – Die Erdgasversorgung der EU ist nach Ansicht von Energiekommissar Günther Oettinger wegen der Ukraine-Krise nicht in Gefahr. Anders sehe dies für die Ukraine aus.

15.13 Uhr - Ein Team israelischer Experten ist auf dem Weg nach Kiew, um ukrainische Juden in Selbstverteidigung zu trainieren. Wie die Tageszeitung „Haaretz“ am Dienstag meldete, werden drei Spezialisten etwa 30 Lehrgangsteilnehmer in Abwehrtechniken und Krisenmanagement unterrichten. Hintergrund ist die wachsende Furcht der fast 100.000 Juden in der Ukraine, als Sündenbock zwischen die Fronten der Konfliktparteien zu geraten.

15.04 Uhr - Russland hat die Einladung von Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen zu einem Sondertreffen des Nato-Russland-Rats am Mittwoch akzeptiert. Dies teilte eine Sprecherin des Bündnisses am Dienstag in Brüssel mit. Rasmussen, der auch Vorsitzender des Nato-Russland-Rates ist, hatte den russischen Nato-Botschafter Alexander Gruschko zu dem Treffen eingeladen. In dem Gremium sind auch die Botschafter der 28 Nato-Mitgliedsstaaten vertreten. Der Westen beschuldigt Russland, bewaffnete Truppen auf die zur Ukraine gehörenden Schwarzmeer-Halbinsel entsendet zu haben.

14.40 Uhr - Die USA sind nach Angaben eines Regierungsvertreters bereit, Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Dies werde „höchst wahrscheinlich sehr bald“ geschehen. Man gehe von einigen Tagen, nicht Wochen aus.

14.30 Uhr - Opel-Chef Karl-Thomas Neumann blickt mit Sorge auf die Krise in der Ukraine. Noch lasse sich aber nicht absehen, welche Folgen die Entwicklung für die Märkte haben werde. „Es ist logisch, dass wir uns andere Nachrichten wünschen würden. Hektische Reaktionen nutzen gar nichts“, sagte Neumann am Dienstag am Rande des Genfer Autosalons. Für Opel sei Russland bereits heute der drittgrößte Markt. Und er bleibe bei der Einschätzung, dass Russland bis zum Jahr 2020 der wichtigste Automarkt in Europa sein werde.

14.25 Uhr - Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat die Bildung einer Regierung in der Ukraine gefordert, die für alle Regionen stehe. Während eines seit längerem geplanten Besuchs in Tunesien warf Lawrow dem Westen am Dienstag in Tunis vor, eine Vereinbarung zur Bildung einer solchen Regierung und zu raschen Wahlen zu missachten. Sanktionen des Westens gegen sein Land brächten nichts, sagte Lawrow, Russland werde seine Position nicht verändern.

14.02 Uhr - Die EU will die finanziell angeschlagene Ukraine mit einem Hilfspaket unterstützen. Die EU-Kommissare werden bei ihrer regulären Sitzung am morgigen Mittwoch über Unterstützung beraten und voraussichtlich „ein solches Paket beschließen“, kündigte eine Kommissionssprecherin am Dienstag in Brüssel an. Eine Summe nannte sie nicht. Offenbar ist Brüssel bereit, seine Finanzhilfe aufzustocken. Die EU hatte der Ukraine bereits im vergangenen Jahr rund 600 Millionen Euro angeboten und dies an strenge Bedingungen geknüpft, etwa dass Kiew einen Milliardenkredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) annimmt. Dieses Angebot könnte nach Medienberichten auf bis zu eine Milliarde erhöht werden, um einen Staatsbankrott der Ukraine abzuwenden.

13.47 Uhr - Die USA wollen der Ukraine eine Milliarde Dollar Hilfe für die Energieversorgung zur Verfügung stellen. Das teilte das Weiße Haus am Dienstag in Washington mit.

12.55 Uhr - Der russische Präsident Wladimir Putin hat das Vorgehen seines Landes im Ukraine-Konflikt als legitim bezeichnet. „Falls ich die Entscheidung zum Eingreifen der Streitkräfte in der Ukraine treffe, wird das vollständig dem Völkerrecht entsprechen“, sagte Putin am Dienstag bei einem Treffen mit Journalisten bei Moskau. Schließlich habe der ukrainische Staatschef Viktor Janukowitsch als „legitimer Präsident“ darum gebeten. Russland behalte sich das Recht vor, seine Handlungen auszuweiten. „Wenn wir sehen, dass diese Willkür in den östlichen Regionen beginnt, wenn die Menschen uns um Hilfe bitten werden, behalten wir uns das Recht vor, alle Mittel zum Schutz der Bürger zu verwenden.“

12.35 Uhr – Das ukrainische Telekommunikationssystem ist nach Angaben des nationalen Geheimdienstes Ziel von Cyberattacken geworden. Gestört worden seien unter anderem Mobilfunk-Verbindungen ukrainischer Parlamentsabgeordneter. Dabei sei Technik genutzt worden, die auf der von Russland kontrollierten Halbinsel Krim installiert worden sei.

12.20 Uhr - Das Team der Ukraine droht in der Krim-Krise mit einem Boykott der Paralympischen Spiele (7. bis 16. März 2014) und stellt Russland ein Ultimatum. „Wir wollen eine friedliche Lösung. Das Gastgeberland soll seine Truppen von der Krim abziehen, bevor die Spiele beginnen“, sagte Natalia Garach, Sprecherin des ukrainischen Paralympischen Komitees. „Ansonsten werden wir die Spiele boykottieren.“

11.57 Uhr – Polen bestellt den russischen Botschafter wegen der Ukraine-Krise ein. Das teilt eine Sprecherin des Außenministeriums in Warschau mit.

11.47 Uhr - Kremlchef Wladimir Putin hat den Machtwechsel in der Ukraine als verfassungswidrigen Umsturz und bewaffnete Machtergreifung bezeichnet. Er habe zwar grundsätzlich Verständnis für den Wunsch nach Veränderung im Nachbarland, befürworte aber die Art und Weise nicht, sagte Putin am Dienstag bei einem Treffen mit Journalisten bei Moskau. „Das Volk wollte einen Wechsel“, sagte Putin. Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch habe bei den Verhandlungen mit europäischen Außenministern am 21. Februar allen Vorschlägen der Opposition zugestimmt. Er sei der legitime Präsident. Putin sieht nach eigenen Angaben bisher keine Notwendigkeit für einen Militäreinsatz in der Ukraine.

11.21 Uhr - Der russische Energieriese Gazprom hat angekündigt, der Ukraine die bislang gewährten Nachlässe beim Gaspreis zu streichen. Ab April muss die Ukraine demnach den vollen Preis zahlen, wie Gazprom-Chef Alexej Miller am Dienstag in Moskau mitteilte. Das Unternehmen gewährt der Ukraine bislang einen Rabatt von 30 Prozent.

11.15 Uhr - Das Neue Theater Riga hat wegen des Ukraine-Konflikts seine vorgesehenen Auftritte bei Theaterfestivals in den russischen Städten Sankt Petersburg und Omsk abgesagt. Der Leiter des Hauses, der bekannte lettische Theatermacher Alvis Hermanis, zog zudem seine geplante Beteiligung an einer Produktion am Moskauer Bolschoi Theater zurück, berichtete die Tageszeitung „Diena“ am Dienstag. „Russlands militärische Aggression gegen die Ukraine hat eine Situation geschaffen, in der es keinem lettischen Bürger mehr möglich ist, eine neutrale Haltung einzunehmen“, zitiert das Blatt aus einer Mitteilung des Theaters. Sie sei eine direkte Bedrohung nicht nur für die Sicherheit Lettlands, sondern auch für alle in der zivilisierten Welt anerkannten Werte.

11.10 Uhr - Daimler-Chef Dieter Zetsche rechnet trotz der Unsicherheit in der Ukraine in diesem Jahr mit einer „moderaten Erholung“ auf dem westeuropäischen Automarkt. „Wir beobachten die Situation genau“, sagte Zetsche am Dienstag auf dem Genfer Autosalon. Da die Lage auf der Krim sich aber jede Minute verändere, sei es bislang schwer, eine Schlussfolgerung zu ziehen. Russland ist ein wichtiger Wachstumsmarkt für Daimler. Im Januar stieg der Absatz dort um 42,5 Prozent. Trotz der schwierigen Lage erwartet Zetsche, dass der Markt in Westeuropa wieder in Schwung kommt. „Wir sehen den Beginn einer Erholung“, sagte er.

11 Uhr - Die Botschafter der 28 Nato-Staaten haben am Dienstag in Brüssel zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen über die Lage in der Ukraine beraten. Der Nato-Rat trat zusammen, nachdem Polen unter Berufung auf Artikel 4 des Nato-Vertrags ein solches Treffen verlangte. Dieser Artikel sieht Beratungen vor, wenn ein Nato-Mitglied meint, dass die Unversehrtheit des eigenen Territoriums, die politische Unabhängigkeit oder die eigene Sicherheit bedroht ist. Konkreter Auslöser ist das russische Vorgehen auf der zur Ukraine gehörenden Krim.

10.50 Uhr – Das ukrainische Parlament ratifiziert ein Kreditabkommen mit der EU, das den Weg für die Erhalt von 610 Millionen Euro ebnet. Das Abkommen war schon im Februar 2013 ausgehandelt worden, wurde aber vom gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch nicht ratifiziert.

10.40 Uhr – Die Energieversorgung in der EU ist nach Einschätzung von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel nicht durch die Krim-Krise gefährdet. Zumindest die Westeuropäer hätten die Erfahrung gemacht, dass Russland ein absolut vertragstreuer Lieferant sei, sagt Gabriel vor einem Treffen der EU-Energieminister in Brüssel. Allerdings müsse die EU nun der Ukraine helfen, die in der Frage der Gasversorgung große Sorgen habe.

10.33 Uhr - Nach den starken Gewinnen am Vortag mussten Gold und Rohöl am Dienstagmorgen Abschläge hinnehmen. Die Entspannungssignale aus der Ukraine sorgten für einen Rücksetzer. Gold notierte am Kassamarkt mit 1340,52 Dollar je Unze 0,8 Prozent leichter. Damit fiel das Edelmetall, das am Vortag den höchsten Stand seit vier Monaten erreicht hatte, wieder zurück. Der April-Kontrakt der US-Ölsorte WTI wurde mit 103,86 Dollar je Barrel ein Prozent niedriger gehandelt. Öl der Nordseesorte Brent notierte am Terminmarkt mit 109,81 Dollar je Barrel 1,3 Prozent niedriger.

10. 25 Uhr - Der amerikanische Flugzeugträger USS George H. W. Bush ist in Griechenland vor dem Hafen von Piräus vor Anker gegangen. Dies berichtete das griechische Fernsehen am Dienstag. Die weiteren Ziele waren unbekannt. Militärexperten werteten die Präsenz des Flugzeugträgers als Versuch der USA, in der Region Flagge zu zeigen. Eine Einfahrt des mehr als 300 Meter langen Schiffes ins Schwarze Meer galt als unwahrscheinlich. Geschlossene Meere seien nicht für Flugzeugträgeroperationen geeignet, hieß es.

10.05 Uhr - Das russische Finanzministerium teilt mit, den Kauf von Fremdwährungen zu stoppen. Es begründet das damit, den eigenen staatlichen Reserven-Fonds auffüllen zu wollen wegen hoher Marktschwankungen.

9.50 Uhr - Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag im frühen Handel zugelegt. Sie erholten sich damit von den deutlichen Verlusten am Vortag, als die angespannte Lage auf der Krim zu einem Kurseinbruch geführt hatte. Die Nachrichtenagentur Interfax hatte unter Berufung auf den Sprecher von Präsident Wladimir Putin berichtet, dass die Truppen ihre Manöver im Westen Russlands beendet hätten und in ihre Unterkünfte zurückbefohlen worden seien. Dies sorgte für Entspannung. Der Stoxx Europe 600 Index legte um 1,2 Prozent auf 334,45 Punkte zu. Gefragt waren Automobiltitel, die um 1,6 Prozent anstiegen. Der Euro Stoxx 50 tendierte mit 3099,29 Zählern 1,5 Prozent höher. Beide Indizes hatten am Vortag auch unter schwachen chinesischen Konjunkturdaten gelitten. Der Dax kletterte um 1,2 Prozent auf 9468 Punkte.

9.33 Uhr – Mitten in der Krim-Krise haben zwei russische Kriegsschiffe Kurs auf das Schwarze Meer genommen. Die „Saratow“ und die „Jamal“ passierten nach Berichten türkischer Medien am Dienstagmorgen den Bosporus in der Metropole Istanbul. Die Schiffe gehören zum Verband der der auf der Krim stationierten russischen Schwarzmeerflotte.

9.10 Uhr – Ein Kreml-Berater droht den USA mit Konsequenzen, sollten diese Sanktionen gegen Russland verhängen. Sollte etwa die Regierung in Washington die Konten russischer Geschäftsleute und anderer Personen einfrieren, werde Moskau allen Haltern von US-Staatsanleihen empfehlen, diese zu verkaufen.

8.44 Uhr – Pro-Russische Bewaffnete in einer besetzten Luftwaffenbasis auf der Krim haben ukrainische Soldaten mit Warnschüssen zurückgedrängt. Rund 300 ukrainische Militärangehörige gingen unbewaffnet zu ihrem Stützpunkt in Belbek und forderten die Besatzer auf, sie wieder an ihre Arbeit gehen zu lassen. Die russischen Soldaten feuerten in die Luft und warnten, sie würden auf sie schießen, wenn sie sich weiter näherten. Inzwischen sollen nach Angaben der Übergangsregierung in Kiew rund 16.000 russische Soldaten auf der Krim sein, die alle wichtigen strategischen Orte und Militäreinrichtungen kontrollieren.

8.36 Uhr – Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn sorgt sich angesichts der Krim-Krise um die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Russland. „Die Gefahr ist, dass wir eine sehr vergiftete Entwicklung haben. Wenn dies bis zum Ende durchgezogen wird von russischer Seite, werden es für ein Jahrzehnt sehr, sehr schwierige Beziehungen“, sagte Asselborn am Dienstag im Deutschlandfunk. Das könne auch nicht im Interesse Russlands sein. „Es wäre fatal, wenn jetzt Krieg entstehen würde.“ EU und Nato hofften nach wie vor auf eine diplomatische Lösung. „Es ist unter keinen Umständen diskutiert worden, militärisch zu kontern.“

7.10 Uhr – Der russische Aktienindex MICEX steigt nach Handelsstart. Auch der Kurs des Rubel legt zu. Am Montag hatten die Märkte massive Verluste erlitten.

7.03 Uhr – Putin weist laut Agenturberichten Soldaten in West- und Zentralrussland an, in ihre Stützpunkte zurückzukehren. Die Truppen waren an Manövern beteiligt, die nach russischer Darstellung nichts mit den Vorgängen in der Ukraine zu tun hatten. Die russischen Soldaten auf der Krim werden in den Berichten nicht erwähnt.

5.30 Uhr – Der Frankfurter Ökonom Thorsten Polleit warnt vor einem finanziellen Kollaps der Ukraine. „Das Zahlungsausfallrisiko ist als hoch einzustufen“, sagte der Professor an der Frankfurt School of Finance „Handelsblatt Online“. Die Ankündigung des russischen Konzerns Gazprom, der Ukraine keinen Gaspreis-Rabatt mehr zu gewähren, habe die Situation noch verschärft.

3.30 Uhr – US-Präsident Barack Obama hat einem Regierungsvertreter zufolge mehr als zwei Stunden mit seinen Sicherheitsexperten gesprochen. Dabei sei es darum gegangen, wie die USA zusammen mit Verbündeten Russland wegen der militärischen Intervention in der Ukraine weiter isolieren könnten.

2.14 Uhr – Die USA nehmen auch Abstand von den eigentlich bald anstehenden Gesprächen, die zu engeren Geschäfts- und Handelsbeziehungen mit Russland führen sollten. Das sagte ein für Handelsbeziehungen zuständiger US-Regierungsvertreter. Als Grund wurde die Ukraine-Krise genannt.

1.53 Uhr – Die USA setzen nach Angaben des Verteidigungsministeriums wegen der Ukraine-Krise alle gemeinsamen militärischen Verbindungen mit Russland aus. Das betreffe unter anderem militärische Übungen, sagte ein Pentagon-Sprecher.

0.37 Uhr – US-Präsident Barack Obama berät nach Angaben eines Sprechers des Weißen Hauses wegen des Ukraine-Konflikts mit hochrangigen Vertretern des Militärs und Experten für die nationale Sicherheit. Unter anderem nähmen Außenminister John Kerry, Verteidigungsminister Chuck Hagel und Finanzminister Jack Lew an dem Treffen teil.