Reisewarnung

Ägypten – Auswärtiges Amt warnt dringend vor Reisen in den Sinai

Das Auswärtige Amt rät von Reisen in die Badeorte auf der Sinai-Halbinsel in Ägypten dringend ab. Betroffen ist auch der beliebte Touristenort Scharm el Scheich. Reisende sollten im Hotel bleiben.

Foto: dpa-tmn/DPA

Angesichts der Gewalt auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel rät die Bundesregierung deutschen Touristen jetzt dringend von Reisen in die gesamte Region ab. Dies gelte einstweilen auch für die Badeorte, erklärte das Auswärtige Amt in seinen jüngsten Reisehinweisen.

Reisenden auf dem Sinai werde geraten, sich im Hinblick auf eine frühere Abreise an ihren Reiseveranstalter zu wenden. „Bis dahin wird empfohlen, Bewegungen vor Ort auf ein Minimum zu reduzieren und die Anweisungen von Reiseveranstaltern und ägyptischen Sicherheitskräften unbedingt zu befolgen“, heißt es auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes.

Bislang hatte das Auswärtige Amt nur vor Reisen ins ägyptisch-israelische Grenzgebiet sowie in den Nordsinai gewarnt. Jetzt wurde die Warnung auf alle anderen Regionen der Halbinsel ausgeweitet. Nach dem Anschlag in Taba Mitte Februar gab es bereits eine Reisewarnung für Taba. Nun gilt der dringende Rat zum Beispiel auch für Scharm el Scheich. Die Sicherheitslage auf dem Sinai sei kritisch, der Krisenstab im Auswärtigen Amt beobachte die Lage mit größter Aufmerksamkeit, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Weitere Reisewarnungen gibt es für Reisen in das Nildelta außerhalb der Ballungszentren Kairo und Alexandria und für Reisen in das Niltal südlich von Kairo bis nördlich von Luxor. Von Reisen in entlegene Gebiete der Sahara wird sogar „eindringlich“ abgeraten.

Nach Aida Cruises streicht auch Costain diesem Jahr Anläufe von Kreuzfahrtschiffen in Ägypten. Als Grund nennt die Reederei die anhaltend angespannte Sicherheitslage in dem nordafrikanischen Land. Die Reederei Aida hatte in der vergangenen Woche den ägyptischen Hafen Port Said vorläufig aus dem Routenplan ihrer Kreuzfahrtschiffe gestrichen.

Mit Anschlägen auf Touristen gedroht

Militante Islamisten hatten Urlaubern in Ägypten in der vergangenen Woche mit neuen Anschlägen gedroht. Ausländern war ein Ultimatum zum Verlassen des Landes bis zum 20. Februar gestellt worden.

Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im vergangenen Juli ist Ägypten nicht zur Ruhe gekommen. Die Sicherheitskräfte gingen mit Gewalt gegen Mursis Muslimbruderschaft vor, mehr als tausend Demonstranten wurden getötet. Als Vergeltung verübten Islamisten auf der Sinai-Halbinsel zahlreiche Anschläge gegen Sicherheitskräfte.

Armee und Polizei machen im Norden der Halbinsel seit Sommer 2013 verstärkt Jagd auf islamistische Extremisten. Am 16. Februar hatte ein Selbstmordattentäter im Badeort Taba, der im Süden der Halbinsel an der Grenze zu Israel liegt, in einem Touristenbus eine Bombe gezündet. Er riss drei Urlauber aus Südkorea und den ägyptischen Busfahrer mit in den Tod. Zu der Tat bekannte sich die Dschihadistengruppe Ansar Bait al-Maqdis.

In der Nacht zum Mittwoch sprengten militante Islamisten im Norden der Sinai-Halbinsel eine Pipeline in die Luft, die Gas nach Jordanien transportiert. Bei dem Anschlag wurde niemand verletzt, wie Sicherheitskreise in der Provinzhauptstadt bestätigten.