Verkauf

Russland will modernes Raketenabwehr an Syrien liefern

Die Lieferung des schlagkräftigen Flugabwehrsystems S-300 an Syrien könnte schon innerhalb der nächsten drei Monate erfolgen. USA und Israel sind besorgt über Angebot an Präsident Assad.

Foto: Valeriy Melnikov / pa/dpa/RIA Nowosti

Russland plant offenbar den Verkauf eines modernen Flugabwehrsystems an Syrien. Das berichtet das „Wall Street Journal“. Israel lägen entsprechende Informationen vor.

Der syrische Machthaber Baschar al-Assad bemüht sich seit Jahren um den Kauf des S-300-Systems, das sich zur Bekämpfung von feindlichen Flugzeugen und Raketen einsetzen lässt. Dabei hatten sich Russland und die USA erst am Mittwoch darauf geeinigt, in diesem Monat eine internationale Syrien-Konferenz einzuberufen. Israel forderte Russland auf, von einem Verkauf des Flugabwehrsystems an Syrien Abstand zu nehmen. Auch die USA melden in Moskau Bedenken an.

Der amerikanische Außenminister John Kerry versuchte am Donnerstag, Befürchtungen von Kritikern zu zerstreuen: Der syrische Präsiden Baschar al-Assad werde bei einer politischen Lösung für die Zukunft des Landes keine Rolle spielen. Die syrische Opposition hat Angst, dass die Regierung von Präsident Barack Obama ihre Forderung nach einem Rücktritt Assads aufweicht, um Moskau entgegenzukommen.

Doch sollte Russland sein Raketensystem an Syrien liefern, könnte dies die geostrategische Lage in der Region auf den Kopf stellen. Die noch zu Sowjetzeiten entwickelten Boden-Luft-Raketen sind dank ihrer präzisen Lenktechnik in der Lage, Angriffe feindlicher Flugzeuge oder Raketen zu verhindern. Die mobilen Anlagen bestehen aus einer Radarstation zur Lokalisierung des Gegners sowie mehreren auf Tiefladern montierten Raketenwerfern. Russland vertritt die Position, die Abwehrwaffen liefern zu dürfen, da es keine Rüstungssanktionen gegen Syrien gebe. Dem Iran hat Moskau allerdings nach internationalen Protesten die vereinbarten S-300-Lieferungen verweigert.

Syrien ist unterdessen nach Angaben von Vize-Außenminister Faisal Mokdad bereit, sofort eine UN-Kommission zur Untersuchung möglicher Giftgas-Angriffe zu empfangen. Die Kommission könne untersuchen, „was sich in Chan al-Assal ereignet hat“, sagte Mokdad am Donnerstag in Damaskus.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sagte laut einem am Donnerstag veröffentlichten Transkript dem US-Fernsehsender NBC, es sei „eindeutig, dass das Regime chemische Waffen und Raketen genutzt hat“. In türkischen Krankenhäusern würden Patienten behandelt, die von diesen Waffen verletzt worden seien. Er kündigte an, die Informationen des türkischen Geheimdienstes dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zur Verfügung zu stellen. Der Einsatz von C-Waffen ist weltweit verboten.