Großbritannien

Gewerkschafter nennt Tod von Thatcher einen „großartigen Tag“

Während Politiker aus der ganzen Welt Ex-Premierministerin Margaret Thatcher als überragende Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts würdigen, sieht die britische Gewerkschaft der Bergleute das anders.

Foto: GERARD FOUET / AFP

Frankreichs Präsident François Hollande nennt die verstorbene britische Ex-Premierministerin Margaret Thatcher eine „große Persönlichkeit“, die die Geschichte ihres Landes nachhaltig geprägt habe. Für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war sie „eine der überragenden Führungspersönlichkeiten der Weltpolitik ihrer Zeit“.

Der frühere konservative Premier John Major würdigt seine direkte Vorgängerin Margaret Thatcher als „Naturgewalt“ und „politisches Phänomen“. Für EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso war sie „eine vorsichtige und dennoch engagierte Akteurin in der Europäischen Union“.

Netanjahu würdigte Thatcher als „Frau von Größe“

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu würdigte Thatcher als „Frau von Größe“. Die ehemalige britische Premierministerin sei eine „große Führerin“ gewesen und habe eine ganze Generation von Politikern inspiriert, teilte Netanjahu am Montag auf seiner Facebook-Seite mit. Sie habe Prinzipientreue, Entschlossenheit, Überzeugung und Stärke verkörpert.

Der frühere Sowjetpräsident Michail Gorbatschow betonte Thatchers Beitrag zum Ende des Kalten Krieges. „Margaret Thatcher hat für immer einen Platz in unserer Erinnerung und in der Geschichte“, teilte der Friedensnobelpreisträger am Montag mit. Das persönliche Verhältnis zu ihr sei zunächst „kompliziert“, dann aber von „gegenseitigem Verständnis geprägt“ gewesen.

Der frühere tschechische Präsident Vaclav Klaus nannte Thatcher eine der stärksten politischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. „Der Tod Margaret Thatchers ist für alle Anhänger von Freiheit, Demokratie und Marktwirtschaft ein enormer Verlust“, teilte der neoliberale Politiker am Montag in Prag mit.

Thatcher starb mit 87 an den Folgen eines Schlaganfalls

Die langjährige konservative Regierungschefin starb am Montag im Alter von 87 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. Die am 13. Oktober 1925 geborene konservative Politikerin regierte Großbritannien über drei Amtsperioden von 1979 bis 1990 und damit länger als jeder andere Premierminister im 20. Jahrhundert.

Politisch polarisierte Thatcher von Beginn an. Schon 1971 - als Erziehungsministerin – brach sie alte britische Tabus und strich den Kindern über sieben Jahren die Schulmilch. „Thatcher, Thatcher, Milk Snatcher!„(Thatcher, Thatcher, Milch Dieb!), laute damals der Protest-Slogan.

Nicht umsonst hieß sie die „Eiserne Lady“

Als Premierministerin verordnete sie Ihrem Land in den 1980er-Jahren eine beispiellose Rosskur, die von ihren Kritikern als unmenschlich geschmäht und von ihren Unterstützern als alternativlos verteidigt wurde: Sie senkte die Steuern, strich Subventionen für marode Staatsbetriebe, kürzte Staatsausgaben und lieferte sich jahrelange Kämpfe mit den Gewerkschaften, deren Macht sie schließlich 1985 nach einem erbitterten, teils militant geführten Bergarbeiterstreik brach. Nicht umsonst hieß sie die „Eiserne Lady“.

Das bringt die britische Gewerkschaft der Bergleute dazu, den Tod der Politikerin als einen „großartigen Tag“ für Kohle-Arbeiter zu bezeichnen. So wird der Generalsekretär der Gewerkschaft der Bergleute in Durham zitiert. „Ich habe kein Mitleid, weil sie unserer Gesellschaft Schlimmes angetan hat. Sie hat unsere Gemeinschaft, unsere Dörfer und unsere Menschen zerstört.“

Auf jeden Fall mögen die Worte von Londons Bürgermeister und Thatcher-Parteikollege Boris Johnson zutreffend sein: „An sie wird man sich noch lange erinnern, wenn die Welt die grauen Anzüge der Politik von heute schon vergessen hat.“

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