ARD

TV-Reporter Jörg Armbruster angeschossen und verwundet

Der erfahrene Fernsehreporter war in Syrien in einen Schusswechsel geraten. Er wurde schwer verletzt und konnte nach einer Notoperation nun in die Türkei gebracht werden. Sein Zustand gilt inzwischen als stabil.

Foto: Frank May / picture alliance / Frank May

Der langjährige ARD-Fernsehkorrespondent für die Arabische Welt, Jörg Armbruster, ist bei Dreharbeiten in der nordsyrischen Stadt Aleppo angeschossen worden. Der erfahrene Reporter sei am Freitag in einen Schusswechsel geraten und dabei schwer verletzt worden, hieß es in der „Tagesschau“. Am Samstag sei es gelungen, Armbruster in die Türkei zu bringen. Sein Zustand sei stabil.

Nach Angaben des SWR wurde Armbruster zunächst in einem syrischen Krankenhaus notoperiert. Am Samstagmorgen sei der 65-Jährige dann im Krankenwagen an die türkische Grenze gebracht worden, wo ihn das Team einer Rettungs- und Sicherheitsfirma in Empfang genommen und untersucht habe. Sobald es sein Zustand erlaube, werde Armbruster nach Deutschland ausgeflogen, hieß es auf der Website des SWR weiter.

Armbruster drehte eine Reportage über die Rebellen

Armbruster war den Informationen zufolge seit Anfang der Woche im Gebiet der Freien Syrischen Armee, um eine Reportage über die Rebellen zu drehen. Er hatte im Januar 2013 die Leitung des Auslandsstudios in Kairo abgegeben, von wo aus er mehrere Jahre über die arabische Welt berichtet hatte.

Jörg Armbruster hielt sich seit Anfang der Woche zusammen mit dem SWR-Hörfunkreporter Martin Durm im Gebiet der Freien Syrischen Armee auf (FSA), um eine Reportage über die Rebellen zu drehen. Die Dreharbeiten sind Teil der großen Dokumentation „Zwischen Krieg und Frieden – Der neue Nahe Osten“, einer Koproduktion zwischen BR und SWR, in der Jörg Armbruster (SWR) und der Israel-Korrespondent der ARD, Richard C. Schneider (BR) ihre persönliche Sicht des arabischen Frühlings darstellen.

Die Sendung war ursprünglich für den 10. Juni 2013 geplant. Jörg Armbruster hatte erst im Januar 2013 die Leitung des Auslandsstudios in Kairo seinen Nachfolger Volker Schwenck übergeben. Armbruster hatte von dort mehrere Jahre für den Südwestrundfunk (SWR) und die ARD über die arabische Welt berichtet. Armbruster wurde 1947 in Tübingen geboren. Nach dem Studium der Sozialwissenschaften, Volkswirtschaft, Politik-, Theater- und Sprachwissenschaft in Köln begann er seine journalistische Karriere 1973 beim Hörfunk des Westdeutschen Rundfunks (WDR). 1979 wechselte er zum damaligen Süddeutschen Rundfunk (SDR) nach Heidelberg, wo er bis 1982 als Radioreporter und -moderator arbeitete.

Armbruster war schon im Golfkrieg

Anschließend kam Armbruster zum Fernsehen ins damalige SDR-Studio Mannheim. Als Redakteur und Reisekorrespondent in der Auslandsredaktion hatte er unter anderem Einsätze im Golfkrieg und bei den Wahlen in Südafrika. In der Zeit von 1999 bis 2005 war Jörg Armbruster zum ersten Mal Auslandskorrespondent und Studioleiter in Kairo. Im Anschluss leitete er bis 2010 die Abteilung Ausland/Europa beim SWR und war darüber hinaus Mitglied des Moderatoren-Teams der ARD-Sendung „Weltspiegel“. Seit August 2010 war Armbruster wieder Studioleiter des ARD-Studios in Kairo und hat dort die Umwälzungen im Zuge des Arabischen Frühlings miterlebt.

So berichtete er unter anderem in der Tagesschau am 11. Januar 2011 live vom Rücktritt Mubaraks sowie über den Bürgerkrieg in Libyen. Im Jahr 2012 lag der Schwerpunkt seiner Berichterstattung auf Ägypten sowie den Entwicklungen im syrischen Bürgerkrieg. Auch nach seinem Ruhestand stellt sich Jörg Armbruster für Projekte im Bereich Auslandsberichterstattung zur Verfügung.

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