Syrien

UN-Blauhelme gefangen - Rebellen stellen Bedingungen

An der Grenze zu Israel haben Kämpfer aus Syrien einen Konvoi gestoppt und UN-Beobachter als Geiseln genommen. Sie stellen nun eine Freilassung in Aussicht - aber unter Bedingungen.

Foto: AFP Photo/Youtube

Die in Syrien verschleppten 21 philippinischen Blauhelm-Soldaten sollen angeblich bald freigelassen werden, die syrischen Rebellen stellen aber Bedingungen. Die Märtyrer-von-Jarmuk-Brigade teilte in der Nacht zum Donnerstag auf ihrer Seite im sozialen Netzwerk Facebook mit: „Sie stehen so lange unter unserem Schutz, bis wir ihren Transport in ein sicheres Gebiet organisieren können.“

Die Vereinten Nationen sollten ihrerseits ein „Sicherheitskomitee“ bilden, um die UN-Soldaten in Empfang zu nehmen, da das Gebiet im Südwesten der Provinz Daraa von den Regierungstruppen bombardiert werde. Von früheren Erklärungen zu dem Zwischenfall distanzierte sich die Führung der Brigade.

Freie Syrischen Armee erwartet baldige Freilassung

Ein Sprecher der oppositionellen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sagte am Donnerstag nach Gesprächen mit der Gruppe Märtyrern von Jarmuk, diese habe die Unversehrtheit der etwa 20 UN-Mitarbeiter zugesichert. „Aber die Rebellen wollen, dass sich die syrischen Soldaten und Panzer aus der Region zurückziehen.“ Die Blauhelme würden im Dorf Dschamla gehalten, das etwa 1,5 Kilometer von der Waffenstillstandslinie zu den von Israel besetzten Golanhöhen entfernt liegt.

Ein Sprecher der von Deserteuren gegründeten Freien Syrischen Armee (FSA) sagte dem Nachrichtenportal „Zaman al-Wasl“, er erwarte, dass die Blauhelme binnen weniger Stunden freigelassen werden. Peinlich war die Entführung vom Mittwoch für die Rebellen auch, weil am gleichen Tag der Generalstabschef der FSA, Oberst Salim Idriss, die EU-Staaten um die Lieferung moderner Waffen gebeten hatte.

UN empört

Der UN-Sicherheitsrat hat die Entführung auf das Schärfste verurteilt. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) erklärte am Donnerstag in Berlin: „Neutrales Personal der Vereinten Nationen darf nicht zum Spielball der Interessen im syrischen Bürgerkrieg werden.“

Die Rebellen hatten die 21 Soldaten der UN-Friedenstruppen auf den Golan-Höhen an der Grenze zu Israel festgesetzt. Die UN-Beobachter seien während ihres regulären Einsatzes von etwa 30 Rebellen gestoppt worden, teilten die UN am Mittwoch in New York mit. Die internationale Organisation habe deshalb Truppen in das Gebiet entsandt, um die Situation zu klären. Die UN bestätigten damit ein auf YouTube verbreitetes Video, auf dem zu sehen ist, wie Rebellen einen Konvoi unter ihre Kontrolle bringen.