Aaron Swartz

Anonymous droht US-Regierung mit Rache für Hacker-Tod

Die Hacker-Gruppe ist in den Server der US-Justizbehörde eingedrungen und kritisiert die harte Strafverfolgung im Fall Aaron Swartz.

Aus Rache für den Tod des 26-jährigen Internetaktivisten Aaron Swartz hat die Hackergruppe Anonymous dem US-Justizministerium mit der Veröffentlichung vertraulicher Dokumente gedroht. Die Gruppe teilte nun mit, in die Internetseite der zum Ministerium gehörenden Sentencing Commission eingedrungen zu sein. Die Seite der unabhängigen Behörde, die Grundsätze für Strafbemessungen ausarbeitet, war offenbar am Sonnabend blockiert. Anonymous warf dem Ministerium vor, im Fall des jungen Internetaktivisten übertrieben hart vorgegangen zu sein.

Der als Internet-Genie gefeierte Mitbegründer der Social-News-Webseite Reddit und Entwickler des Online-Services RSS hatte sich kurz vor dem Beginn eines Strafprozesses wegen Datendiebstahls das Leben genommen. Swartz, der sich für den freien Zugang zu Inhalten im Internet einsetzte, wurde vorgeworfen, Millionen literarischer und wissenschaftlicher Artikel von einer kommerziellen Datenbank gestohlen zu haben. Er hatte die Daten mit Hilfe eines im Massachusetts Institute of Technology (MIT) versteckten Computers heruntergeladen. Ihm drohten bei einer Verurteilung bis zu 35 Jahre Haft sowie eine Geldbuße von 753.000 Euro.

„Spaltbares Material für mehrere Atomsprengköpfe“

In einem Video auf dem Internetportal YouTube kritisierte Anonymous scharf die „unverhältnismäßige strafrechtliche Verfolgung“ von Hackern. Sie erklärte, auch in weitere Netze der Regierung eingedrungen zu sein und vertrauliche Dokumente kopiert zu haben: Sie habe „spaltbares Material für mehrere Atomsprengköpfe“ für einen Angriff auf das Justizministerium und andere Regierungsbehörden gesammelt, die in die „Rechte und Freiheiten des Einzelnen“ eingriffen. Das FBI leitete nach eigenen Angaben Ermittlungen ein.

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