Venezuela

Chávez todkrank – Regierung spricht von „psychologischem Krieg“

Der Präsident Venezuelas leidet an einer schweren Lungenentzündung. Gerüchten zufolge ist der 58-Jährige dem Tode nah.

Foto: RAUL ARBOLEDA / AFP

Der Zustand des an Krebs erkrankten venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez verschlechtert sich offenbar weiter. Chávez leide an Atemnot infolge einer schweren Lungenentzündung, die er sich nach seiner vierten Kreps-Operation zugezogen habe, teilte Venezuelas Informationsminister Ernesto Villegas mit. Die neuesten Komplikationen bedürften „strengster medizinischer Behandlung“, hieß es in der Erklärung. Weitere Details wurden nicht bekannt.

Er warf den ausländischen Medien „psychologische Kriegsführung“ vor, während Vizepräsident Nicolás Maduro die Opposition bezichtigte, Gerüchte über den schlechten Gesundheitszustand Chávez' zu streuen.

Maduro warf der Opposition vor, „Lügen und Manipulationen“ zu verbreiten und eine Kampagne zu führen, um Unsicherheit zu schüren. „Wir wissen, dass es die USA sind, aus denen diese Manipulationen kommen“, sagte Maduro. Die Regierung warne die Bevölkerung „vor dem psychologischen Krieg, welche der internationale Medienkomplex zum Gesundheitszustand des Präsidenten mit dem Ziel entfacht hat, die Bolivarische Republik Venezuela zu destabilisieren“, sagte Villegas.

Gerüchten zufolge ist der 58-Jährige Staatschef dem Tode nahe. Seit über drei Wochen hat sich Chávez, der in einem Krankenhaus in der kubanischen Hauptstadt Havanna behandelt wird, nicht mehr öffentlich blicken und auch nichts von sich hören lassen.

Am 10. Januar soll Chávez’ Vereidigung für seine dritte sechsjährige Amtszeit stattfinden. Sollte er sterben oder zurücktreten, müssten laut Verfassung innerhalb von 30 Tagen Neuwahlen abgehalten werden. Als Kandidat für die regierenden Sozialisten würde voraussichtlich Chávez’ Stellvertreter Maduro antreten.

Die US-Außenamtssprecherin Victoria Nuland wies am Donnerstag den Vorwurf der Einmischung in die venezolanische Politik zurück. Es gebe keine US-Lösung, die Venezolaner müssten diese selber finden, sagte Nuland. Ihre Regierung sei in Venezuela mit Parteien des gesamten politischen Spektrums in Kontakt. Ihre Botschaft sei dabei stets, dass der Übergang, „demokratisch, verfassungskonform, offen, transparent“ sein müsse und von Venezolanern getragen werde.

Maduro machte klar, dass die Führung nicht an eine Machtübergabe denke. „Hier gibt es nur einen Übergang und dieser begann vor mindestens sechs Jahren und wurde vom Commandante Hugo Chávez beschlossen“, sagte Maduro. Zu Gerüchten über einen heraufziehenden Machtkampf mit Cabello sagte er, diese seien „einiger als je zuvor“. Die Opposition werde „2000 Jahre“ darauf warten müssen, dass die Erben von Chávez sich zerstritten, sagte Cabello seinerseits.