Mordverdacht

Leichnam von Ex-Palästinenser-Präsident Arafat exhumiert

Wurde Jassir Arafat ermordet? Eine erhöhte Konzentration Polonium an seiner Kleidung sorgten für Spekulationen. Nun wird die Leiche untersucht.

Foto: MARKO DJURICA / REUTERS

In Ramallah ist in der Nacht zum Dienstag die Leiche des früheren palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat exhumiert worden. Die Überreste wurde von dem Mausoleum in eine nahe gelegene Moschee gebracht, wo palästinensische Ärzte Proben von Arafats Knochen nahmen. Im Islam dürfen nur Muslime die Überreste von Muslimen anfassen.

Erneute Beisetzung noch am Dienstag

Die Proben sollten Experten aus der Schweiz, Frankreich und Russland übergeben werden. Sie flogen für die Exhumierung ins Westjordanland und wollten die Proben mit in ihre Heimatländer nehmen. Weitere Proben wurden in Arafats Schlafzimmer, in seinem Büro und an persönlichen Gegenständen genommen. Noch am Dienstag sollte Arafat dann mit militärischen Ehren wieder beigesetzt werden, allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Spekulationen möglicher weise nicht beendet

Ein Schweizer Labor hatte im Juli an Arafats Kleidung eine erhöhte Konzentrationen des radioaktiven Isotops Polonium 210 gemessen. Der Fund nährte lang gehegte Spekulationen, dass der im November 2004 in einem französischen Militärkrankenhaus gestorbene Politiker ermordet worden sein könnte. Arafat erlitt einen Schlaganfall. In den Wochen vor seinem Tod litt er jedoch an einer Krankheit, die nicht genau diagnostiziert wurde.

Die Exhumierung wird das Rätsel jedoch möglicherweise nicht lösen können. Polonium 210 zerfällt rasch. Einige Experten haben erklärt, es sei nicht klar, ob die entnommenen Proben für eine Untersuchung ausreichten.