Afghanistan

Deutsche Elitesoldaten nehmen Taliban-Führer fest

Mullah Abdul Rahman soll mitverantwortlich für einen Angriff auf drei Bundeswehr-Soldaten sein. Sie wurden am Karfreitag 2010 in einem Hinterhalt getötet.

Das „Kommando Spezialkräfte“ (KSK) der Bundeswehr hat einem Medienbericht zufolge einen der meistgesuchten Talibanführer Nord-Afghanistans gefasst.

Dabei handele es sich offenbar um den von den radikalen Islamisten eingesetzten „Schatten-Gouverneur“ der Provinz Kundus, Mullah Abdul Rahman, berichtete die „Bild“-Zeitung. KSK-Soldaten und afghanische Spezialkräfte hätten Rahman und mindestens eine weitere Person am Freitagabend nahe der Ortschaft Ghunday Kalay bei einem Treffen ranghoher Taliban-Führer festgenommen.

Der Top-Taliban sei nach Einschätzung der Bundeswehr mitverantwortlich für einen Angriff auf drei Bundeswehr-Soldaten, die am Karfreitag 2010 in einem Hinterhalt getötet wurden.

Zudem soll der Taliban 2009 die Entführung von zwei Tanklastern angeordnet haben. Die Bundeswehr ließ diese damals bombardieren. Dutzende Zivilisten kamen ums Leben, was den früheren Verteidigungsminister Franz Josef Jung das Amt kostete.

Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr sagte der Zeitung, der Zugriff habe nach hiesigem Kenntnisstand stattgefunden. „Die von afghanischen Kräften geführte Operation wurde von weiteren ISAF-Kräften – darunter auch deutsche – begleitet.“ Der verteidigungspolitische Sprecher der Union, Ernst-Reinhard Beck, sagte der „Bild“, einer der gefährlichsten Taliban-Führer sei gefasst worden. Die Präsenz der Spezialkräfte zeige nachhaltige Wirkung.

Der Zugriff erfolgte dem Blatt zufolge am Freitagabend. KSK-Soldaten und afghanische Spezialkräfte hätten den Taliban nahe der Ortschaft Ghundai Kalai in der Provinz Kundus festgenommen, wo ein Treffen ranghoher Führer der Extremisten stattfand. Mullah Abdul Rahman sei den Behörden übergeben worden.

Das deutsche Afghanistan-Mandat läuft bis Januar 2013. Momentan sind in Afghanistan und dem Nachschub-Drehkreuz Usbekistan rund 4500 Bundeswehr-Soldaten im Einsatz.

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