Tanker-Sabotage

Iran soll Ölkatastrophe im Persischen Golf vorbereiten

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Foto: The Visible Earth / dpa

Vor dem Hintergrund des andauernden Atomstreits sollen Revolutionswächter im Iran einen absichtlichen Öltanker-Unfall planen.

Angesichts des festgefahrenen Atomstreits mit dem Iran wollen die 27 EU-Staaten am Montag ihre Sanktionen weiter verschärfen. Die Führung in Teheran zeigt sich derweil bei der umstrittenen Anreicherung von Uran kompromissbereit. Gleichzeitig planen die Revolutionswächter aber nach einem „Spiegel-Bericht“ eine Ölkatastrophe im Persischen Golf, um dem Westen zu schaden. Zudem vermuten die USA, dass die iranische Regierung hinter einer Offensive von Hackern gegen amerikanische Ziele steckt.

Der Westen und Israel verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Forschung an Atomwaffen zu arbeiten. Die Führung in Teheran bestreitet das. Außenminister Guido Westerwelle erklärte am Sonntag in Berlin: „Iran hat sich in den letzten Monaten in keiner der entscheidenden Fragen bewegt. Wir müssen daher den Sanktionsdruck erhöhen.“

Schärfere Sanktionen kein Gegensatz zu Verhandlungen

An diesem Montag beraten die EU-Außenminister in Luxemburg über die Verschärfung der Strafmaßnahmen. Nach Angaben von Diplomaten standen die Details der neuen Sanktionen bis kurz vor Beginn des Ministertreffens noch nicht fest. Im Gespräch sind aber unter anderem ein Importverbot für iranisches Erdgas und ein Verbot, iranisches Öl zu transportieren oder zu lagern. Die Öleinfuhren sind bereits verboten.

Westerwelle betonte, schärfere Sanktionen seien kein Gegensatz zur Verhandlungsbereitschaft. Nötig seien aber substanzielle Verhandlungen mit dem klaren Ziel der Verhinderung einer nuklearen Bewaffnung Irans. „Es ist Zeit für eine politische Lösung“, betonte der Außenminister.

Der Iran zeigte sich bei der umstrittenen Anreicherung von Uran kompromissbereit. Voraussetzung für Gespräche seien aber Garantien, dass auf 20 Prozent angereichertes Uran für den Forschungsreaktor in Teheran aus dem Ausland geliefert werde, sagte Außenamtssprecher Ramin Mehmanparast nach Angaben des Fernsehsenders Press-TV am Samstag. Einen entsprechenden Vorschlag hatte Präsident Mahmud Ahmadinedschad bereits vor zehn Tagen unterbreitet.

Absichtlicher Öltanker-Unfall im Persischen Golf

Die Führung in Teheran gibt an, dass auf 20 Prozent angereichertes Uran nur für medizinische Zwecke wie beispielsweise die Behandlung von Krebspatienten genutzt wird. Uran kann auch für den Bau einer Atombombe verwendet werden, allerdings müsste das Material auf deutlich über 80 Prozent und mehr angereichert werden.

Als Reaktion auf die Sanktionspolitik planen die Revolutionswächter im Iran nach einem „Spiegel“-Bericht einen absichtlichen Öltanker-Unfall im Persischen Golf. Der streng geheime Sabotageplan des Kommandeurs der Revolutionswächter, Mohammed Ali Dschaafari, mit dem Namen „Trübe Wasser“ liegt dem Nachrichtenmagazin nach eigenen Angaben vor.

Er sehe vor, die Straße von Hormus durch eine absichtlich herbeigeführte Öltanker-Katastrophe weiträumig zu verunreinigen. Der Westen würde gezwungen, sich an einer großangelegten Säuberung der Gewässer zu beteiligen – und dafür womöglich auch die Sanktionen gegen Iran auszusetzen.

Iran hinter Hackerangriffen auf die USA

Die USA glauben nach einem Bericht des „Wall Street Journal“, dass die iranische Regierung hinter einer Offensive von Hackern gegen amerikanische Ziele steckt. In den vergangenen Wochen hatte es eine massive Welle von Angriffen auf Banken in den USA gegeben.

Bei den Hackern handele es sich anscheinend um ein Netzwerk von weniger als 100 iranischen Spezialisten für Netzwerksicherheit in Unternehmen und an Universitäten, berichtete die Zeitung. Den Angaben zufolge könnten die Cyber-Anschläge eine Vergeltung für harsche US-Sanktionen gegen den iranischen Finanzsektor und die Ölindustrie sein. Experten gehen davon aus, dass die USA und Israel ihrerseits Cyberangriffe auf das Atomprogramm im Iran gestartet haben.

( AFP/dpa/nbo )

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