Griechenland

Schwere Krawalle in Athen - Regierung will hart sparen

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Zehntausende Griechen haben friedlich gegen weitere Sparpakete protestiert. Ein Generalstreik legt das Land lahm. In Athen kam es zu Krawallen.

Am Rande von Protesten in Athen gegen weitere Sparmaßnahmen hat es Zusammenstöße zwischen Polizei und mehreren hundert randalierenden Jugendlichen gegeben. Die Sicherheitskräfte setzten am Mittwoch Tränengas und Blendgranaten ein, um etwa 200 vermummte Demonstranten auseinanderzutreiben, die sich in der Nähe von mehreren Luxushotels am zentralen Syntagma-Platz versammelt hatten. Zuvor hatten die Jugendlichen Brandbomben geworfen, Schaufenster eingeschmissen und Mülleimer angezündet.

Mindestens 50.000 Menschen zogen in Athen vor das Parlament. Tausende Demonstranten flüchteten danach in Nebenstraßen. Es war seit Monaten die größte Kundgebung gegen die Sparmaßnahmen und der erste umfassende Ausstand seit Antritt der neuen Regierung im Juni. Weitere 18.000 gingen laut Polizei in Thessaloniki auf die Straße.

Die Demonstrationen begleiteten einen Generalstreik, der das öffentliche Leben im Land weitgehend lahmlegte. Flüge wurden gestrichen, Züge fielen aus. Auch der Einzelhandel beteiligte sich. Viele Geschäften blieben geschlossen. Krankenhäuser arbeiteten nur mit Notbesetzung. Zu dem Streik aufgerufen hatten die beiden größten Gewerkschaften des Landes, die die Hälfte der rund vier Millionen Arbeitnehmer des Landes repräsentieren.

Koalition einigt sich auf Sparpaket und neue Steuern

Die Chancen auf eine Rücknahme des milliardenschweren Sparpakets sind jedoch gleich null. Denn dies ist Bedingung für weitere Kredite - und ohne diese Hilfen ist Griechenland bald pleite. Der griechische Ministerpräsident, Antonis Samaras, und sein Finanzminister Ioannis Stournaras, einigten sich inzwischen auf das rund 11,88 Milliarden Euro schwere Sparprogramm. Zudem sollen weitere zwei Milliarden Euro durch neue Steuern in die Staatskassen fließen. Die Einigung wurde am späten Dienstagabend nach mehrstündigen Gesprächen erzielt, sagte am Mittwoch ein Mitarbeiter des Finanzministeriums.

Das Sparprogramm muss nun bei einem neuen Treffen mit den Koalitionspartnern, dem Sozialisten Evangelos Venizelos und dem Chef der Demokratischen Linken, Fotis Kouvelis, gebilligt werden. „Wahrscheinlich am Donnerstag“, sagte ein Mitarbeiter des Finanzministers. Auch die sogenannte „Troika“ aus Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zenrralbank (EZB) muss noch zustimmen. Die Kontrolleure werden am Wochenende in Athen erwartet und sollen die Arbeit am Montag wieder aufnehmen.

( Reuters/AFP/dpa/ap )

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