Mohammed-Karikaturen

Frankreich schließt Botschaften aus Angst vor Übergriffen

Viele französischen Ländervertretungen werden geschlossen. Auch die deutsche Botschaft im Sudan bleibt zu.

Foto: FRED DUFOUR / AFP

Aus Angst vor gewaltsamen Angriffen wegen der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in Frankreich werden am Freitag die französischen Botschaften und Schulen in rund 20 Ländern geschlossen. Das teilte das Außenministerium in Paris am Mittwoch mit. Befürchtet werden offenbar Ausschreitungen nach den Freitagsgebeten in muslimischen Ländern.

Auch Deutschland wird seine Botschaft im Sudan weiter geschlossen lassen. Dies kündigte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) am Mittwoch in Berlin an. Die Sicherheitsmaßnahmen für andere deutsche Auslandsvertretungen seien erhöht worden. Über Details wollte Westerwelle keine Auskunft geben.

Westerwelle mahnte zugleich, auf religiöse Gefühle in der islamischen Welt Rücksicht zu nehmen. „Ich rufe alle auf, gerade auch solche, die sich auf ihre Meinungsfreiheit zu Recht berufen, auch verantwortlich zu handeln. Nicht der ist der größere Freigeist, der jetzt auch noch absichtlich und mit erkennbarer Wirkung Öl ins Feuer gießen will.“

Die Satire-Zeitung „Charlie Hebdo“ hatte die umstrittenen Zeichnungen am Mittwoch veröffentlicht. Der Leiter der großen Moschee von Paris, Dalil Boubakeur, sprach von einer „völlig verantwortungslosen Initiative“.