Nazi-Gräuel

Griechenland prüft Reparationsforderungen

Griechenland sucht nach Wegen, Deutschland wegen Gräueltaten während der Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg zur Kasse zu bitten.

Griechenland sucht nach Wegen, Deutschland wegen Gräueltaten und Zerstörungen während der Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg zur Kasse zu bitten.

Das Finanzministerium will in seinen Archiven nach Dokumenten suchen, die Reparationsforderungen begründen könnten.

Die vom stellvertretenden Finanzminister Christos Staikouras eingerichtete Arbeitsgruppe solle bis zum Ende des Jahres ihre Ergebnisse vorlegen, teilte das Finanzministerium am Montag mit.

„Das Thema Reparationen ist seit Jahrzehnten völkerrechtlich abgeschlossen. Das sollte sich mittlerweile auch bis Athen herumgesprochen haben“, sagte der Obmann der Unionsfraktion im Bundestag und Vorsitzende des CSU-Mittelstandsunion, Hans Michelbach, „Handelsblatt Online“.

Griechische Regierung unter Sparzwang

Die Koalitionsregierung unter dem konservativen Ministerpräsidenten Antonis Samaras steht im Parlament unter Druck. Sowohl die linke als auch die rechte Opposition fordern Klärung des Themas der Reparationen. Deutschland wird von vielen Griechen für den Zwang zur Sparpolitik verantwortlich gemacht.

Das griechische Außenministerium hatte sich zuletzt im März zu diesem Thema geäußert. Damals hieß es, Athen sei von seinen Forderungen nie zurückgetreten. Die Forderungen müssten aber „zur richtigen Zeit und nach guter Vorbereitung“ gestellt werden. Die Bundesregierung hat Reparationsforderungen mehrfach als bereits abgegolten zurückgewiesen.

„Regierung vergeudet nutzlos Personal und Energien”

Bedauerlich sei der Vorgang aber für die griechische Bevölkerung. „Denn die Athener Regierung vergeudet hier nutzlos Personal und Energien, die für die Lösung der griechischen Staatsschuldenkrise dringend benötigt werden“, sagte Michelbach.

Nach Angaben des Athener Finanzministeriums wurde eine vierköpfige Arbeitsgruppe eingerichtet, die die Archive des Landes nach entsprechenden Dokumenten durchforsten soll. Die Gruppe soll ihren Bericht und die geschätzte Höhe der Forderungen bis spätestens Ende des Jahres vorlegen.