Bürgerkrieg

Syrische Rebellen greifen Assads Luftwaffe an

Laut Opposition konnten Assad-Gegner eine syrische Luftwaffen-Basis erobern. Laut UN wurden binnen einer Woche 1600 Menschen getötet.

Syrische Rebellen haben nach Oppositionsangaben am Sonnabend Einrichtungen der Luftwaffe angegriffen. In Deir al-Sor im Osten des Landes wurde demnach ein Gebäude der Luftstreitkräfte erobert. Mehrere Soldaten seien gefangengenommen worden, teilte die Syrische Beobachterstelle für Menschenrechte mit.

Präsident Baschar al-Assad setzt zunehmend die Luftwaffe im Kampf gegen die Aufständischen ein. UN-Angaben zufolge wurden binnen einer Woche 1600 Menschen getötet, so viele wie noch nie in dem Konflikt in einem solchen Zeitraum. Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan prangerte die Untätigkeit der internationalen Gemeinschaft an.

Rebellenkämpfer hätten bei der Eroberung des Gebäudes in Deir al-Sor mindestens 16 Gefangene gemacht und mehrere Luftabwehrraketen erbeutet, sagte Rami Abdulrahman von der in Großbritannien arbeitenden Beobachtungsstelle. Ein Angriff auf einen Luftwaffenstützpunkt in Albu Kamal an der Grenze zum Irak sei jedoch von Assad-Kräften zurückgeschlagen worden. Drei Tage zuvor hatten Rebellen die Luftwaffenbasis Taftanas in der Provinz Idlib attackiert und nach eigener Darstellung mehrere Hubschrauber beschädigt.

Rebellen werden mit Kampfjets und Hubschraubern beschossen

Assad-treue Kräfte setzen in den von Rebellen gehaltenen Gebieten zunehmend auf die Luftwaffe. Stellungen der Aufständischen werden mit Hilfen von Kampfflugzeugen und Hubschraubern beschossen. Der Angriff auf die nordsyrischen Städte Asas und Anadan trieb viele Zivilisten dazu, sich in der Türkei in Sicherheit zu bringen. Dort leben bereits Zehntausende Flüchtlinge.

Die Türkei wirbt um ausländische Unterstützung für die Einrichtung einer Sicherheitszone in Syrien. „Wir können solche Maßnahmen aber nicht ergreifen, wenn nicht der UN-Sicherheitsrat dafür stimmt“, sagte Ministerpräsident Erdogan am Freitagabend im türkischen Fernsehen.

Zunächst müsse es eine Entscheidung über eine Flugverbotszone geben, dann erst könne es an die Einrichtung einer Pufferzone gehen. „Baschar al-Assad ist am Ende seines politischen Lebens angelangt. Im Moment handelt Assad in Syrien nicht als Politiker, sondern als ein Element, ein Akteur des Krieges“, sagte der frühere enge Verbündete des syrischen Präsidenten.

Frankreichs Außenminister fordert Flugverbotszone

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius hatte gesagt, gemeinsam mit der Türkei habe man „befreite Zonen“ im Norden und Süden Syriens ausgemacht, die nicht mehr von Assad kontrolliert würden. Hilfe für diese Gebiete könne dazu beitragen, den Flüchtlingsstrom in benachbarte Länder einzudämmen.

Der Aufstand gegen Assad hält seit fast eineinhalb Jahren an. Die Vereinten Nationen gehen von knapp 20.000 Toten aus, Oppositionsgruppen geben höhere Zahlen an. Bis zu 300.000 Syrer sind aus ihrem Land geflohen.