US-Wahlkampf

Republikaner küren Romney zum Obama-Herausforderer

Romney soll Obama aus dem Amt jagen: Die Republikaner ernannten den 65-Jährigen zum Präsidentschaftskandidaten.

Der Ex-Gouverneur und Multimillionär Mitt Romney tritt bei der US-Präsidentenwahl im Herbst gegen Amtsinhaber Barack Obama an.

Das hat der Parteitag der Republikaner am Dienstag in Tampa in Florida offiziell entschieden. Zugleich verabschiedeten die Delegierten ein Wahlprogramm, in dem sie den weltweiten Führungsanspruch der USA betonen.

Das strikt konservative Programm bekräftigt ausdrücklich das Recht auf das Tragen von Waffen. Die Europäer werden indirekt aufgefordert, ihre Militärausgaben nicht weiter zu kappen.

Mit der Ernennung Romneys zu ihrem Kandidaten eröffneten die Republikaner formell das Kopf-an-Kopf-Rennen um das Weiße Haus. Die Partei will die öffentliche Aufmerksamkeit nutzen, um ihre Basis zu mobilisieren, unentschlossene Wähler zu gewinnen und ihrem Kandidaten, der vielen abgehoben erscheint, ein menschliches Gesicht zu verleihen.

Wütende Buh-Rufe von Romney-Gegnern

Bei dem Parteitag wurden auch innerparteiliche Konflikte sichtbar. Es kam zu turbulenten Szenen und offenen Protesten. Anhänger des radikalliberalen Ron Paul reagierten mit wütenden Buh-Rufen auf eine Änderung der Parteitagsstatuten, von der sie sich benachteiligt fühlen.

Romney – der erst später auf dem Parteitag erschien – erhielt eine klare Mehrheit der rund 2000 Delegierten. Danach brach minutenlanger Jubel aus, Musik heizte die Stimmung zusätzlich an.

In dem Wahlprogramm betonen die Republikaner ihre Überzeugung, dass „unser Land einen einzigartigen Platz und eine einzigartige Rolle in der menschlichen Geschichte hat“. Die USA seien für „Frieden durch Stärke“.

„Es herrschen Zweifel und Angst”

Der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, appellierte an seine Parteifreunde, Amerika aus der Krise zu führen. „In allen Ecken des Landes herrschen Zweifel und Angst“, erklärte er unter dem Jubel der Delegierten. „Die Probleme sind riesig und die Lösungen nicht schmerzlos.“

Auch die Ehefrau Romneys meldete sich zu Wort. „Ihr könnt Mitt vertrauen“, rief sie den Delegierten zu. Ann Romney bemühte sich vor allem, das Image ihres Mannes zu verbessern und ihn als warmherzig und liebevoll darzustellen. Kritiker meinen, Romney sei oftmals kühl und verschlossen zu anderen Menschen.

Parteitag wegen Hurrikans „Issac” verschoben

Angesichts des Hurrikans „Isaac“ war der Parteitag am Montag zwar eröffnet, aber nach wenigen Minuten auf Dienstag vertagt worden. „Isaac“ erreichte am Dienstagabend die Küste des US-Staates Louisiana.

Die sogenannten National Conventions, wie die Parteitage der Republikaner und Demokraten in den USA genannt werden, zählen zu den am aufmerksamsten verfolgten Ereignissen im gesamten Präsidentschaftswahlkampf. Sie bieten Kandidaten die Möglichkeit, ihre Standpunkte vor Millionen Fernsehzuschauern zu präsentieren. Für Romney ist der Parteitag vor allem eine Möglichkeit, den rechten Flügel der Partei für sich zu gewinnen, dem er als zu liberal gilt.

Der Nominierungsparteitag der Demokraten folgt in der kommenden Woche in Charlotte im US-Staat North Carolina.