Sicherheit

USA wollen die Raketenabwehr in Asien ausbauen

China hat kritisch auf US-Pläne reagiert, in Asien ein Raketenabwehrsystem zum Schutz vor Nordkorea zu errichten.

Die USA wollen die Raketenabwehr in Asien ausbauen. Das System werde dem ähneln, das zurzeit in Europa zum Schutz vor etwaigen iranischen Angriffen gebaut werde, sagte US-Außenamtssprecherin Victoria Nuland am Donnerstag. Sie betonte, dass sich das Defensivsystem nicht gegen China richte, sondern vielmehr der Raketenbedrohung durch Nordkorea Rechnung trage.

Angesichts der von Pjöngjang ausgehenden „Bedrohung“ sei ein solches Projekt „unbedingt sinnvoll“, sagte ein US-Offizier, der namentlich nicht genannt werden wollte, am Donnerstag.

Das „Wall Street Journal“ hatte zuvor berichtet, geplant sei ein neues Radarsystem im südlichen Japan, möglicherweise ein weiteres in Südostasien. Das Radar solle mit landgestützten Raketenarsenalen und ballistischer Raketenabwehr auf Schiffen zusammenwirken. Der Ausbau solle gegen Bedrohungen aus Nordkorea schützen, könnte aber auch gegen Bedrohungen aus China eingesetzt werden.

China ist skeptisch

China hat jedoch kritisch auf die Pläne der USA reagiert. Alle Länder sollten die Sicherheitsbedenken anderer berücksichtigen und vermeiden, „dass die Sicherheit der eigenen Nation über die Sicherheit einer anderen Nation gestellt wird“, sagte am Freitag ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Peking. Mit der Frage der Raketenabwehr müsse vorsichtig umgegangen werden, um die globale strategische Stabilität zu wahren und das gegenseitige Vertrauen der Länder zu fördern.

Der US-Generalstabschef Martin Dempsey erinnerte nach einem Treffen mit seinem japanischen Kollegen Shigeru Iwasaki daran, dass sich bereits eine Radaranlage auf dem Militärstützpunkt Shakiri in Tsugaru City in Nordjapan befinde. Über den Ausbau der Anlage sollte es Dempsey zufolge Diskussionen zwischen beiden Seiten geben, weil die Raketenabwehr für Japan und die USA wichtig sei.

Das US-Außenministerium wies daraufhin, Peking sei darüber informiert worden, dass es um „defensive, dem Schutz vor nordkoreanischen Raketen dienende Systeme“ gehe, sagte Außenamtssprecherin Nuland. Nordkorea hatte im April 2012 eine Rakete mit einem Satelliten getestet, die jedoch kurz nach dem Start ins Meer stürzte. Die USA, Japan und Südkorea sahen in dem Satellitenstart den verdeckten Test einer Langstreckenrakete und vermuten, dass Nordkorea versucht, mehr solche Waffen zu entwickeln.

Präsident Barack Obama hatte erst vor einigen Monaten einen Strategiewandel der Streitkräfte verkündet. Demnach wollen sich die Militärs mehr als bisher auf Bedrohungen in Asien konzentrieren. Stützpunkte in Europa werden dagegen abgebaut. Allerdings wird die Raketenabwehr in Europa von Moskau als gegen Russland gerichtet angesehen.