Anti-Terroreinsatz

Ägyptische Armee tötet bewaffnete Islamisten

Nach dem Überfall auf einen Grenzposten hat die ägyptische Armee im Sinai zurückgeschlagen: Sie tötete 20 vermutlich islamistische Kämpfer.

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Bei ägyptischen Luftangriffen im Norden des Sinai sind nach Berichten des staatlichen Fernsehens zufolge mindestens 20 bewaffnete Kämpfer getötet worden. Dutzende Menschen seien verletzt worden. Offizielle Angaben lagen zunächst nicht vor.

Der Angriff eines Armee-Hubschraubers habe am Mittwochmorgen stattgefunden, berichtete der ägyptische Sender. Der Angriff war offenbar eine Reaktion auf den Überfall auf einen ägyptischen Wachposten an der Grenze zu Israel.

Unbekannte hatten zuvor in der Nacht zu Mittwoch erneut ägyptische Soldaten und Polizisten in der Region unter Feuer genommen. Dabei sollen drei Uniformierte verletzt worden sein.

Erst vergangenen Sonntag hatten Unbekannte bei einem Überfall auf einen ägyptischen Grenzposten 16 Soldaten getötet. Dann waren einige von ihnen mit einem erbeuteten Panzerfahrzeug nach Israel eingedrungen, wo sie getötet wurden.

Die Luftangriffe seien in der Region von Sheikh Zuwaid in der Nähe der Hauptstadt der Provinz Nord-Sinai, al-Arish, geflogen worden, berichtete die Zeitung „al-Ahram“ auf ihrer Webseite. Starke Bodentruppen verfolgten zudem die Angreifer in einer gebirgigen Region südlich der Stadt.

USA unterstützt Terrorabwehr

Für den Überfall auf den Grenzposten Karm Abu Salem machen Israel und die ägyptische Armee Palästinenser aus dem Gaza-Streifen und Islamisten von der Halbinsel Sinai verantwortlich. Ägyptens Präsident Mohammed Mursi hatte angekündigt, die Sicherheitskräfte würden den Sinai wieder vollständig unter ihre Kontrolle bringen. Gemäß dem israelisch-ägyptischen Friedensvertrag von 1979 ist auf der Sinai-Halbinsel nur wenig Militär stationiert.

Der Vorfall vom Sonntag belastet das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Ägypten und Israel weiter. Israel fordert von Ägypten, die Grenze zum Gazastreifen energischer zu bewachen.

Die USA kündigten unterdessen eine engere Zusammenarbeit mit Kairo bei der Terrorabwehr an. In einem Telefonat mit dem ägyptischen Ministerpräsidenten Hescham Kandil äußerte US-Außenministerin Hillary Clinton Unterstützung für die Bemühungen der Regierung, die Sicherheitslage zu verbessern. Gewaltsamer Extremismus stelle eine Gefahr für Ägypten, die Nachbarn Ägyptens und auch für Amerikaner dar, sagte Außenamtssprecher Patrick Ventrell. Die USA seien der Sicherheit Israels verpflichtet.