Konflikt

US-Marine beschießt indisches Fischerboot - ein Toter

Zwischenfall im Persischen Golf: Ein Versorgungsschiff der US-Marine hat mit einem Maschinengewehr das Feuer auf ein Boot eröffnet und dabei einen Menschen getötet

Foto: AFP

Ein US-Marineschiff hat am Montag im Persischen Golf ein Motorboot beschossen und dabei nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate einen indischen Fischer getötet. Drei weitere indische Fischer seien verletzt worden, sagte Tarek Ahmed al-Hidan vom Außenministerium in Abu Dhabi. Sowohl die Emirate als auch die USA kündigten eine Untersuchung an.

Der Vorfall, bei dem das US-Versorgungsschiff „USNS Rappahannock“ mit einem Maschinengewehr feuerte, ereignete sich laut dem US-Verteidigungsministerium vor Dschebel Ali, einer Stadt in den Vereinigten Arabischen Emiraten zwischen Abu Dhabi und Dubai. Das Motorboot habe sich dem Öl-Versorgungsschiff schnell angenähert und auf Warnungen nicht reagiert, erklärte das Pentagon.

Die US-Marine hat ihre Präsenz im Golf in den vergangenen Monaten verstärkt und dies mit einer möglichen Bedrohung durch den Iran begründet. Die iranischen Revolutionsgarden verfügen über zahlreiche kleine Schiffe mit Raketenwerfern und drohen seit längerem, die für Öltransporte wichtige Straße von Hormus zu blockieren.

„Seit 2000 passen wir auf die kleinen Schiffe genau auf“, sagte der Pentagon-Vertreter. Im Oktober 2000 war mit einem kleinen mit Sprengstoff beladenen Schiff im Hafen von Aden in Jemen ein Anschlag auf den US-Zerstörer „USS Cole“ verübt worden. Dabei wurden 17 US-Marinesoldaten getötet und 40 weitere verletzt. Zu dem Angriff bekannte sich das Al-Qaida-Netzwerk von Osama bin Laden, den ein US-Sonderkommando im Mai 2011 in Pakistan tötete.

Indien verlangte eine umfassende Untersuchung. Der indische Botschafter in Abu Dhabi habe die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate um eine Untersuchung der genauen Umstände des „tragischen Vorfalls“ im Persischen Golf gebeten, erklärte ein Sprecher des Außenministeriums in Neu Delhi am Dienstag. Auch die USA sicherten den indischen Behörden demnach bereits eine „vollständige Untersuchung“ zu.

Der Iran kritisierte die Präsenz der amerikanischen Truppen in der Region. Ausländische Streitkräfte könnten eine Bedrohung für die Sicherheit am Golf sein, sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Dienstag in Teheran. Diese seien nicht nötig, wenn Anrainerstaaten bei der Sicherheit enger zusammenarbeiteten. Die US-Botschafterin in Indien, Nancy Powell, drückte der Regierung in Neu-Delhi unterdessen ihr Bedauern aus.