Frankreich

TV-Sender strahlt Aufnahmen mit Attentäter von Toulouse aus

Mohamed Merah hatte sieben Menschen erschossen und sich dann verschanzt. Für Wirbel sorgt nun die Veröffentlichung von Gesprächen mit ihm.

Die Ausstrahlung von Tonbandaufnahmen der Gespräche zwischen dem Attentäter von Toulouse und der Polizei hat in Frankreich für Empörung gesorgt. Innenminister Manuel Valls verurteilte am Sonntagabend die Entscheidung des Senders TF1, Auszüge der Aufnahmen auszustrahlen. Er warf dem Sender vor, nichts getan zu haben, „um die Familien der Opfer zu respektieren“. Es stelle sich die Frage, wie der Sender an die Aufzeichnungen gekommen sei.

Die Pariser Staatsanwaltschaft nahm nach Justizangaben Vorermittlungen wegen Verletzung des Ermittlungsgeheimnisses auf. Angehörige der Opfer des Attentäters Mohamed Merah zeigten sich schockiert und entsetzt. Opferanwälte kündigten einen Eilantrag an, um jegliche weitere Ausstrahlung der Tonaufnahmen verbieten zu lassen. Die Rundfunkaufsichtsbehörde CSA erklärte am Sonntagabend, sie habe den Fernsehsendern empfohlen, auf eine Ausstrahlung zu verzichten.

TF1 hatte am Sonntagabend erstmals Auszüge aus den aufgezeichneten Verhandlungen zwischen Merah und der Polizei gesendet. Der Attentäter hatte darin seine Verbrechen erklärt und weitere Attentatspläne geschildert. TF1 verfügt nach eigenen Angaben über viereinhalb Stunden Tonmaterial von den Gesprächen.

Merah hatte im März 2012 bei drei Attentaten insgesamt sieben Menschen erschossen, darunter drei Kinder und einen Lehrer vor einer jüdischen Schule. Der 23-Jährige hatte sich als Mitglied des islamistischen Terrornetzwerks al-Qaida bezeichnet. Er wurde am 22. März nach 32-stündiger Belagerung seiner Wohnung von Elitepolizisten erschossen.

( AFP/sei )

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