Frankreich

Hollande bei französischer Präsidentschaftswahl vor Sarkozy

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Laut ersten Hochrechnungen bekommt der Sozialist François Hollande 29,3 Prozent der Stimmen. Nicolas Sarkozy liegt bei 26 Prozent.

Bei der französischen Präsidentenwahl haben sich der konservative Amtsinhaber Nicolas Sarkozy und der Sozialist François Hollande für die entscheidende zweite Runde qualifiziert. Nach ersten offiziellen Hochrechnungen erhielt Hollande 29,3 Prozent. Der um eine zweite Amtszeit kämpfende Sarkozy kam auf 26 Prozent. Die rechtsextreme Kandidatin Marine Le Pen schnitt mit 18,2 Prozent überraschend stark ab.

Die Wahlbeteiligung war am Sonntag gegen 17 Uhr leicht geringer als bei der Wahl 2007. Nach Angaben des Innenministeriums lag sie bei 70,6 Prozent – genau drei Punkte weniger als bei der vorherigen Wahl, als sie besonders hoch war.

Trotz eines guten Abschneidens im ersten Wahlgang ist der Sieg Hollandes beim zweiten Wahlgang am 6. Mai aber keineswegs sicher. Entscheidend ist, wie die Wähler jener acht Kandidaten abstimmen, die es nicht ins „Finale“ schafften. Wichtig ist unter anderem, wie sich die Wähler von Marine Le Pen im zweiten Wahlgang entscheiden. Inwieweit ihr Wählerpotenzial im zweiten Wahlgang Sarkozy zugute kommt, gilt als ungewiss.

Von den wichtigeren Bewerbern hat bislang nur Mélenchon angekündigt, dass er seinen Anhängern bei einem Ausscheiden in der ersten Runde die Wahl von Hollande empfehlen werde.

Der Zentrumspolitiker François Bayrou (60), der in Umfragen bei gut 10 Prozent rangierte, ließ zunächst offen, ob er seinen Wählern eine Empfehlung für die Stimmabgabe im zweiten Wahlgang geben werde.

Hollande hat angekündigt, er wolle den gerade erst unterzeichneten Fiskalpakt, der automatische Strafen bei zu hohem Staatsdefizit vorsieht, neu verhandeln. Dies wird unter anderem von Deutschland strikt abgelehnt. Hollande will auch den Spitzensteuersatz für Reiche mit Einkommen von mehr als einer Million Euro auf 75 Prozent erhöhen. Sarkozy tritt hingegen für eine Fortsetzung des Sparkurses aus und kündigte eine noch striktere Einwanderungspolitik ab.

( dpa/bee )

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