Wahl in Frankreich

Für Sarkozy stehen die Zeichen auf Niederlage

Der französischer Präsident Sarkozy ist eine Kämpfernatur. Der Einwanderersohn war schon mit 28 Jahren Bürgermeister. Eine Karriere.

"Ich gebe niemals auf“, sagt der französische Staatschef Nicolas Sarkozy von sich selbst. Diese Kampfbereitschaft braucht der 57-Jährige nun, sehen ihn Umfragen doch bereits als Verlierer der Präsidentschaftswahl. Wenn die Meinungsforschungsinstitute Recht behalten, geht für Sarkozy am 6. Mai eine steile politische Karriere zu Ende.

Bereits mit 28 Jahren wurde der Sohn eines ungarischen Einwanderers Bürgermeister des Pariser Nobelvorortes Neuilly. Dabei hat der Anwalt nicht wie andere Spitzenpolitiker die Elite-Hochschulen des Landes absolviert. Dennoch wurde der ehrgeizige Jungpolitiker 1993 Haushaltsminister und Sprecher des konservativen Regierungschefs Edouard Balladur.

Zwei Jahre später übernahm der für seine beißende Rhetorik bekannte Sarkozy das Sprecheramt für die Präsidentschaftskandidatur Balladurs. Damit brach Sarkozy mit seinem früheren Mentor Jacques Chirac, der schließlich die Präsidentschaftswahl 1995 gewann.

Nach Jahren der Eiszeit holte Chirac seinen Zögling 2002 als Innenminister an seine Seite. Aus dieser Zeit sind Sarkozys Eingreifen bei denVorstadtkrawallen und seine markigen Sprüche zur Bekämpfung der Kriminalität in Erinnerung geblieben.

Nach einem kurzen Zwischenspiel als Wirtschafts- und Finanzminister wurde Sarkozy im November 2004 Parteichef der konservativen UMP und sicherte sich damit die Machtbasis für die Präsidentschaftskandidatur. Am 6. Mai 2007 gewann Sarkozy die zweite Runde der Präsidentschaftswahl gegen die Sozialistin Ségolène Royal.

Bereits in den ersten Tagen seiner Amtszeit verschaffte der Staatschef sich den Ruf, ein „Präsident der Reichen“ zu sein. Er feierte seinen Wahlsieg in einem Pariser Nobelrestaurant und machte Ferien auf der Luxusyacht eines Millionärsfreundes. Auch privat waren die ersten Monate im Elysée-Palast für Sarkozy turbulent: Seine zweite Frau Cécilia verließ ihn. Wenige Monate später heiratete der begeisterte Jogger das Ex-Model Carla Bruni. Der Vater dreier Söhne aus zwei früheren Ehen bekam im Oktober 2011 zusammen mit Bruni eine kleine Tochter.

Als politisch größtes Reformwerk setzte der für seinen Aktionismus bekannte Präsident ein höheres Renteneintrittsalter durch. Außenpolitisch profilierte Sarkozy sich in der Finanzkrise an der Seite von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Wahlkampfauftritte der Kanzlerin lehnte Sarkozy aber mit der Begründung ab: „Der Wahlkampf ist Sache der Franzosen.“

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos

Beschreibung anzeigen