Wahl in Frankreich

Hollande hängt Sarkozy in Umfrage noch weiter ab

| Lesedauer: 2 Minuten

Foto: REUTERS

Umfragen haben einen Vorsprung für den Sozialisten Hollande in der ersten Wahl-Runde ergeben. Sarkozys Sprecherin zweifelt an den Zahlen.

Am letzten Tag des offiziellen Wahlkampfes in Frankreich haben Umfragen den Vorsprung des sozialistischen Kandidaten François Hollande bestätigt. Laut einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Ipsos, kann Hollande in der ersten Runde am Sonntag mit 29 Prozent der Stimmen rechnen. Auf den konservativen Präsidenten Nicolas Sarkozy entfallen demnach 25,5 Prozent der Stimmen. Der Wahlkampf endet am Freitag um Mitternacht. Danach dürfen keine Umfragen mehr veröffentlicht werden.

Auch zwei andere Institute sagen einen Vorsprung von mehreren Prozentpunkten für Hollande voraus. Auf dem dritten Platz landet in allen Umfragen die Rechtsextreme Marine Le Pen mit rund 16 Prozent, gefolgt von dem Linkskandidaten Jean-Luc Mélenchon mit rund 14 Prozent. Der 60-Jährige Politiker der Linksfront rief seine Anhänger bei der letzten großen Kundgebung am Donnerstagabend in Paris auf, ihm zum dritten Platz vor Le Pen zu verhelfen.

Die 43-Jährige Chefin der Front National warb am Freitag um die Stimmen der Sarkozy-Anhänger. Sarkozy zu wählen bedeute, „für jemanden zu stimmen, der praktisch schon weg ist“, sagte Le Pen im französischen Fernsehen.

Die Wahlkampfsprecherin des Präsidenten, Nathalie Kosciusko-Morizet, zweifelte die schlechten Umfrageergebnisse für Sarkozy an. „Ich glaube nicht eine Sekunde daran“, sagte die frühere Umweltministerin. Im Wahlkampf habe Sarkozy die Säle bis zum Bersten gefüllt und „eine höllische Dynamik“ entfacht.

Knapp 45 Millionen Wahlberechtigte stimmen am Sonntag über zehn Präsidentschaftskandidaten ab. Die beiden Bestplatzierten treten am 6. Mai in einer Stichwahl gegeneinander an. Für die zweite Runde sagen die Umfragen seit Monaten einen deutlichen Sieg Hollandes voraus.

Hollande will nicht verhandeln

Hollande will nach der ersten Runde Wahl nicht mit anderen Parteien über deren Unterstützung verhandeln. „Es wird keine Machenschaften, keine Verhandlungen geben“, sagte der 57-Jährige. Bei einer Präsidentschaftwahl gebe es keinen Platz für Gespräche zwischen Parteien. Das gelte sowohl für die Linksfront als auch für die Zentrumspartei MoDem mit ihrem Spitzenkandidaten François Bayrou.

Entscheidend für den Sieg in der zweiten Runde am 6. Mai sind die Anhänger der unterlegenen Kandidaten. Mélenchon dürfte laut OpinionWay bei 13 Prozent der Stimmen landen, Bayrou bei zehn Prozent. Während die Wähler der Linksfront Umfragen zufolge zu 80 Prozent zu Hollande wechseln dürften, ist die Entscheidung der Bayrou-Wähler noch offen. Auch das Sarkozy-Lager umwirbt den Zentrumspolitiker.

( AFP/dapd/mim )

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos