Flüchtlinge

Griechenland will Migranten in Kasernen unterbringen

Griechenland wird der Flut an Einwanderern kaum noch her. Nun sollen Tausende Migranten in 30 verlassenen Militärkasernen untergebracht werden. Die Zuwanderer verschärfen die Lage im Pleite-Land.

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Griechenland will den mittlerweile kaum noch kontrollierbaren Strom illegaler Einwanderer mit Hilfe neuer Aufnahmelager in den Griff bekommen. In mehreren Regionen des Landes sollen 30 verlassene Kasernen des Militärs renoviert werden, um dort 30.000 Migranten unterzubringen. Die EU, die von Griechenland mehr Aktivitäten gegen die Zuwandererwelle fordert, will das Programm mit 250 Millionen Euro unterstützen.

In Griechenland leben mittlerweile mehr als eine Million Migranten - bei einer Gesamtbevölkerung von rund 11,5 Millionen Menschen. Viele Flüchtlinge, die vor allem über die türkisch-griechischen Grenze kommen, reisen in andere EU-Staaten weiter.

Die Lager sollen dreifach umzäunt sein und von der Polizei überwacht werden. Menschen, die kein Asyl bekommen, sollen solange dort bleiben, bis sie zurück in ihre Herkunftsländer geschickt werden.

Athen plant Zaun an Grenze zur Türkei

„Dies ist eine beschlossene Sache. Wir werden diese Migrationspolitik durchsetzen“, sagte der griechische Minister für Bürgerschutz Michalis Chrysohoidis am Dienstag im griechischen Fernsehen. Er warnte davor, dass sein Land wegen der unkontrollierbaren Migration „aus dem Schengener Raum rausfliegen“ könnte. Im Schengen-Raum werden die Binnengrenzen zwischen den Staaten nur noch stichprobenartig kontrolliert.

Zur Eindämmung illegaler Einwanderung hatten Deutschland und andere EU-Staaten gedroht, wieder Grenzkontrollen für Reisende aus Griechenland einzuführen. Die EU fordert den Ausbau der griechischen Asylbehörde und eine bessere Kooperation mit der Türkei. Athen will an der Grenze zur Türkei einen zehn Kilometer langen Zaun errichten.

In der griechischen Hauptstadt ist die illegale Migration neben der Wirtschaftskrise mittlerweile eines der schlimmsten Probleme. In Ghettos suchen Menschen aus asiatischen und afrikanischen Staaten in Mülleimern nach Essbarem. Prostitution, Drogenhandel und Kriminalität gehören ebenfalls zum Alltag