Assad-Regime

Syrische Regierung akzeptiert Annans Friedensplan

Syrien hat den Plan des UN-Sondergesandten Kofi Annan für ein Ende des Blutvergießens angenommen.

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Syriens Regierung hat den Friedensplan des UN-Sondergesandten Kofi Annan akzeptiert. Das erklärte ein Sprecher von Annan in Peking. Der Plan beinhaltet unter anderem einen sofortigen Waffenstillstand zwischen den beteiligten Parteien, den Abzug schwerer Waffen aus Wohngebieten und humanitäre Hilfe für die Bevölkerung.

Der frühere UN-Generalsekretär Annan hält sich zu Syrien-Gesprächen in China auf. Annan sehe die Zustimmung der syrischen Führung als einen ersten wichtigen Schritt, die Gewalt und das Blutvergießen zu beenden, hieß es in einer Erklärung.

Die syrische Opposition einigte sich unterdessen vor dem nächsten Treffen der Freunde Syriens auf einen Minimalkonsens für den Sturz des Regimes von Präsident Baschar al-Assad. Sie will neben humanitärer Hilfe auch die Einrichtung einer militärisch abgesicherten Schutzzone, verlautete in Istanbul, wo die wichtigsten Oppositionsgruppen über ihre künftige Strategie beraten.

In Vororten der Hauptstadt Damaskus lieferten sich Armee und Einheiten der Rebellen am Dienstag schwere Gefechte. Syrische Aktivisten berichteten landesweit von mindestens acht Toten.

"Wir tragen eine große Verantwortung tragen"

„Wer die Verbrechen sieht, die in Syrien jeden Tag begangen werden, weiß, dass wir eine große Verantwortung tragen“, sagte die Sprecherin des Syrischen Nationalrates (SNC), Basma Kadhmani, der in Istanbul.

Ein Vertreter der Stämme erklärte: „Wir werden dem SNC den Auftrag geben, bei dem Treffen der Freunde Syriens nächsten Sonntag in unser aller Namen zu sprechen. Binnen zehn Tagen soll dann die Struktur des Nationalrates geändert werden, damit er wirklich alle Gruppen des syrischen Volkes repräsentiert.“

Der Vorsitzende der syrischen Muslimbruderschaft, Riad al-Schafka, verwahrte sich am Rande der Konferenz dagegen, seine Organisation als „radikal“ zu brandmarken. „Um zu zeigen, dass wir genauso demokratisch sind wie alle anderen Oppositionellen, haben wir vor zwei Tagen ein Dokument veröffentlicht, in dem wir uns zu Toleranz und Pluralismus bekennen“, sagte er.

Ein Vertreterin des liberalen Flügels betonte, die syrische Muslimbruderschaft sei nicht mit den ägyptischen Muslimbrüdern zu vergleichen.