Angriffslustiger Despot

Ahmadinedschad löst mit Hetze gegen USA Eklat aus

Irans Präsident ist für wüste Polemik bekannt. Bei einer Konferenz hat Mahmud Ahmadinedschad so sehr gegen die USA gewettert, dass die Amerikaner den Raum verließen.

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Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat am Rande einer Regionalkonferenz zum Wiederaufbau Afghanistans für einen Eklat gesorgt. In einer Rede warf Ahmadinedschad den Nato-Truppen und vor allem den USA vor, für „alles Böse“ in Afghanistan verantwortlich zu sein.

Die US-Truppen seien „unter dem Vorwand“ des Kampfs gegen den Terror in das Land einmarschiert und würden nun auch Russland, Indien und China „umzingeln“, sagte der Staatschef bei dem Treffen in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe. Während seiner Rede verließen die Vertreter der US-Delegation den Raum.

Den Holocaust leugnete Ahmadinedschad wiederholt

Ahmadinedschad ist für seine provokanten Äußerungen bekannt. In einem Interview mit dem ZDF hatte er zuletzt den Holocaust als eine "Lüge" Israels bezeichnet (sehen Sie es hier in voller Länge). Es war nicht das erste Mal, dass er den Holocaust leugnete.

Aufeinandertreffen von Vertretern der USA und des Iran sind äußerst selten. Beide Länder haben ihre Beziehungen nach der Islamischen Revolution im Jahr 1979 abgebrochen. Seither ist das Verhältnis sehr angespannt, unter anderem auch wegen des umstrittenen Atomprogramms des Iran. Der Westen wirft dem Land vor, heimlich nach Atomwaffen zu streben, was Teheran aber zurückweist.

So halten auch laut einer aktuellen Umfrage fast zwei Drittel der jüdischen Israelis einen Angriff gegen den Iran für weniger gefährlich als der Islamischen Republik den Bau einer Atombombe zu gestatten.

Aus der Erhebung geht hervor, dass rund 65 Prozent der Befragten der Aussage zustimmen, dass der Preis, den Israel für einen atomar bewaffneten Iran zu zahlen hätte, höher wäre als der Preis möglicher Gegenangriffe nach israelischen Attacken auf Atomanlagen im Iran.

Atomprogramm: Militärschlag gegen Teheran umstritten

Eine Mehrheit der Befragten, 60 Prozent, sind überdies der Ansicht, dass das iranische Atomprogramm nur durch einen Militäreinsatz aufgehalten werden könne. In einer von „Haaretz“ im vergangenen November veröffentlichten Umfrage hielten sich die Befürworter und die Gegner eines israelischen Militärangriffs gegen Iran noch die Waage.

Am Samstagabend waren in Tel Aviv rund tausend Menschen aus Protest gegen einen möglichen israelischen Angriff auf den Iran auf die Straße gegangen.