Robert Bales

US-Soldat massakriert Afghanen in zwei Etappen

Seine grausamen Morde in Kandahar soll Amoktäter Robert Bales zeitweilig unterbrochen haben: Nach einer Pause im Stützpunkt brach er erneut auf, um weiterzumorden.

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Der wegen eines Massakers im Süden Afghanistans angeklagte US-Soldat soll die Tat in zwei Etappen verübt haben. Wie die "New York Times" unter Berufung auf einen ungenannten Beamten berichtete, ergaben dies die bisherigen Ermittlungen.

Demnach kehrte der Feldwebel Robert Bales am 11. März nach den ersten Morden auf seinen Stützpunkt in der südlichen Provinz Kandahar zurück. Erst später am Abend sei er erneut aufgebrochen, um in einem anderen Dorf weitere Menschen zu töten.

Bales droht die Todesstrafe

Die meisten der insgesamt 17 Opfer waren Frauen und Kinder. Die US-Militärjustiz hatte Bales am Freitag wegen 17-fachen Mordes angeklagt . Sie brachte zudem sechs weitere Anklagepunkte wegen Angriffs und versuchten Mordes vor.

Nach Angaben der US-Armee droht Bales bei einer Verurteilung die Todesstrafe. Die Mindeststrafe für Mord sei lebenslange Haft. Außerdem müsse der 38-jährige Soldat bei einem Schuldspruch mit der unehrenhaften Entlassung aus der Armee sowie dem Verlust aller finanziellen Ansprüche rechnen.

In einer Anhörung muss nun überprüft werden, ob die Beweise für einen Prozess in den USA ausreichen. Angehörige der Opfer des Massakers verlangten dagegen ein Verfahren in Afghanistan. Der Feldwebel befindet sich derzeit auf dem Militärstützpunkt Fort Leavenworth im US-Bundesstaat Kansas in Haft. Nach Angaben eines US-Militärsprechers ist es "mehr als wahrscheinlich", dass Bales in den USA vor Gericht gestellt wird.

USA entschädigen Opferfamilien in Afghanistan

Die Familien der Opfer sollen derweil in Afghanistan entschädigt worden. Pro Todesopfer hätten die Angehörigen 50.000 Dollar (37.700 Euro) erhalten, sagte ein Mitglied des Provinzrats von Kandahar, Agha Lalai.

Das Geld stamme aus den USA und sei am Samstag im Büro des Gouverneurs ausgezahlt worden. Verletzte hätten 11.000 Dollar erhalten. Die USA kommentierten die Angaben nicht.