Toulouse

Polizei beginnt Sturm auf Versteck des Attentäters

Die französische Polizei hat mit der Erstürmung des Verstecks des mutmaßlichen Attentäters begonnen. Die Wohnungstür des Mannes sei aufgesprengt worden.

Vor dem Haus des mutmaßlichen Todesschützen von Toulouse sind am späten Mittwochabend drei Explosion zu hören gewesen. Zeitgleich zu jeder Detonation waren orangene Lichtblitze zu sehen. Wie ein Mitarbeiter der Polizei der Nachrichtenagentur Reuters sagte, wurde die Tür zu der Wohnung des Mannes aufgesprengt.

In den Minuten nach den Detonationen waren keine Schüsse zu hören, wie die AFP-Reporter vor Ort berichteten. Mohammed M. soll schwer bewaffnet sein.

Bei einem ersten Zugriffsversuch waren drei Beamte verletzt worden. Bei dem Verdächtigen, den die Polizei über Spuren im Internet ausfindig gemacht hatte, soll es sich um einen dem Terrornetz Al-Kaida nahe stehenden Extremisten namens Mohamed Merah handeln.

Im Telefonkontakt mit der Polizei habe er zugegeben, schon für Mittwoch einen weiteren Anschlag gegen einen Soldaten geplant zu haben. Zudem habe er zwei Polizisten töten wollen.

Dem französischen Geheimdienst war der Mann schon länger bekannt: Bereits im vergangenen November wurde er wegen seiner Aufenthalte in Pakistan und Afghanistan vernommen, wie Innenminister Claude Guéant am Abend im französischen Nachrichtensender TF1 erklärte.

Der Franzose algerischer Herkunft soll in Toulouse und Umgebung drei Soldaten sowie bei seinem Anschlag auf eine jüdische Schule am Montag drei jüdische Kinder und einen Rabbiner kaltblütig erschossen haben.

Frankreich will den mutmaßlichen Attentäter von Toulouse lebend ergreifen, um ihn vor Gericht stellen zu können. „Wir wollen ihn lebend gefangen nehmen, um ihn zur Rechenschaft zu ziehen. Wir wollen seine Beweggründe erfahren und hoffentlich herausbekommen, wer seine Komplizen sind, falls es welche gibt“, sagte Verteidigungsminister Gerard Longuet am Mittwochabend dem TV-Sender TF1.