Attentäter von Toulouse

Schütze will sich laut Innenminister bald ergeben

Nach Angaben des französischen Innenministers Claude Guéant will sich der mutmaßliche Serienmörder von Toulouse "bald ergeben". Derzeit würden die Bedingungen für seine Aufgabe diskutiert.

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Der mutmaßliche Serienmörder aus Toulouse will sich nach Angaben des französischen Innenministers Claude Guéant in Kürze der Polizei stellen. „Er hat bestätigt, dass er sich bald ergeben will“, sagte Guéant im Fernsehsender TV1. Mohamed Merah, der sieben Menschen erschossen haben soll, wolle in der Nacht aufgeben: „Die Bedingungen für seine Aufgabe werden diskutiert.“

Der französische Verteidigungsminister Gérard Longuet sagte hingegen dem Fernsehsender BFMTV, die Belagerung des Hauses, in dem der 23-Jährige sich verschanzt habe, könne noch die Nacht hindurch dauern. „Noch Tage – nein. Es gibt eine körperliche, nervliche Ermüdung“, sagte Longuet. Er unterstrich das Ziel der Sicherheitskräfte, Merah lebend zu ergreifen, um ihn vor Gericht stellen zu können und seine Motive zu ergründen.

Merah, ein Franzose algerischer Abstammung, soll in den vergangenen Tagen drei Soldaten und danach drei Schüler und einen Lehrer einer jüdischen Schule erschossen haben. Nach Angaben des Verteidigungsministers konnte der Mann, der sich am Mittwoch Schusswechsel mit der Polizei lieferte, „dank Informationen der afghanischen Polizei“ identifiziert werden. Er habe eine Straftat in Kandahar in Afghanistan begangen.

Das Verteidigungsministerium habe die Angaben aus Afghanistan an den französischen Inlandsgeheimdienst DCRI weitergegeben, der Informationen über Merah besessen habe, wie er sie über „mehrere hundert Menschen“ sammle. Nach der Ermordung des ersten Soldaten am 11. März seien die Behörden zunächst von einem normalen Verbrechen und nicht von einem terroristischen Hintergrund ausgegangen, räumte Longuet ein.