Kein Ende der Gewalt

Russland fordert von Syrien Kooperation mit Annan

Russland erwartet von der syrischen Regierung, dass sie mit dem internationalen Gesandten zusammenarbeitet. In einem ungewöhnlich scharfen Ton forderte Außenminister Sergej Lawrow Damaskus auf, Kofi Annan zu unterstützen.

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Russland hat in ungewöhnlich scharfen Worten die syrische Regierung aufgefordert, den Friedenseinsatz des UN-Gesandten Kofi Annan zu unterstützen. Sie solle schnell und ohne Verzögerung das Vorgehen des ehemaligen Generalsekretärs der Vereinten Nationen unterstützen, erklärte Außenminister Sergej Lawrow in einem am Samstag veröffentlichten Interview. Man erwarte dies allerdings auch von der Opposition. Lawrow betonte, dass Russland „nicht die syrische Regierung unterstützt“. Vielmehr sei es nötig, einen politischen Prozess zu beginnen, hieß es in dem Text des Interviews, der auf der Website des Ministeriums veröffentlicht wurde. „Dazu ist zuerst ein Waffenstillstand notwendig.“

Nach Schätzungen der UN sind bei dem seit etwa einem Jahr anhaltenden Aufstand in Syrien mehr als 8000 Zivilisten ums Leben gekommen. Russland und China hatten Anfang Februar mit einem Veto im UN-Sicherheitsrat die Verurteilung der syrischen Regierung verhindert. Die beiden Länder werfen dem Westen und arabischen Staaten – die Annan ebenfalls vertritt – vor, Präsident Baschar al-Assad stürzen zu wollen. Russland ist ein langjähriger Verbündeter Syriens.

Ban verurteilt Bombenanschläge in Damaskus

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Bombenanschläge in der syrischen Hauptstadt Damaskus mit mindestens 27 Toten scharf verurteilt. In Syrien müsse jede Form der Gewalt „umgehend enden“, erklärte Ban am Samstag (Ortszeit) in New York. Sein Mitgefühl und Beileid gelte den Familien der Opfer und dem syrischen Volk.

Bei den beiden Bombenanschlägen in Damaskus waren am Samstagmorgen nach Angaben des Innenministeriums 27 Menschen getötet und 140 weitere Menschen verletzt worden. Laut dem syrischen Staatsfernsehen galten die Anschläge der Kriminalpolizei und dem Geheimdienst der syrischen Luftwaffe.

Damaskus und die nordsyrische Stadt Aleppo waren in den vergangenen Monaten mehrfach Ziel von Anschlägen mit Dutzenden Toten. Die syrische Opposition wirft der Regierung vor, die Anschläge selbst zu verüben, um ihr Vorgehen gegen die Protestbewegung zu rechtfertigen. Einige Experten befürchten dagegen, dass das Terrornetzwerk Al-Kaida die Oppositionsbewegung unterwandert haben und hinter den Anschlägen stecken könnte.