Wikileaks-Gründer

Assange will für den australischen Senat kandidieren

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Foto: REUTERS

Obwohl Wikileaks-Gründer Julian Assange in Großbritannien unter Hausarrest steht, will er sich in seiner Heimat Australien politisch engagieren.

Der Gründer der Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, will in seiner Heimat Australien für den Senat kandidieren. Dies sei ihm möglich, obwohl er in Großbritannien unter Hausarrest stehe, erklärte Wikileaks über den Kurznachrichtendienst Twitter . Assange wehrt sich derzeit gegen eine mögliche Auslieferung von Großbritannien nach Schweden.

„Julian hat sich entschieden anzutreten“, erklärte Wikileaks. Für welchen Bundesstaat Assange ins Rennen gehen werde, werde „zu einem angemessenen Zeitpunkt“ mitgeteilt. Wikileaks werde zudem für die Unterhaus-Wahlen im kommenden Jahr einen Kandidaten im Wahlkreis von Regierungschefin Julia Gillard aufstellen.

Auslieferung nach Schweden noch nicht entschieden

Wikileaks hat unter anderem durch die Veröffentlichung von geheimen US-Dokumenten zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan sowie vertraulicher US-Diplomatendepeschen den Zorn Washingtons auf sich gezogen. Assange steht in Großbritannien unter Hausarrest, bis endgültig über eine Auslieferung nach Schweden entschieden wird.

In Schweden wird Assange vorgeworfen, mit zwei Frauen ohne deren Einwilligung ungeschützten Sex gehabt zu haben. Assange bestreitet dies und bezeichnet die Vorwürfe als politisch motiviert. Der 40-Jährige fürchtet, dass er von Schweden an die USA ausgeliefert werden könnte.

Gillard kritisierte Veröffentlichung

Australiens Regierungschefin Gillard hatte die Veröffentlichung der US-Diplomatendepeschen als „höchst verantwortungslos“ kritisiert und die australische Polizei angewiesen zu prüfen, ob Wikileaks gegen australisches Recht verstoßen habe. Die Behörden kamen aber zu dem Schluss, dass dies nicht der Fall gewesen sei.

Der australische Senator Scott Ludlam von den Grünen, der sich öffentlich für Assange eingesetzt hatte, sagte, er wisse nichts von einer Kandidatur Assanges für den Senat. Als australischer Bürger stehe ihm das aber zu. Außerdem könne seine Kandidatur seinem Auslieferungsverfahren neues Gewicht verleihen.

Alle drei Jahre wird in Australien über die Hälfte der 76 Senatssitze entschieden. Die Wahlen finden in der Regel parallel zu den Unterhauswahlen statt.

( AFP/smb )

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